China wird zunehmend zum wichtigsten Abnehmer europäischer Waren. Als Reaktion auf diesen Wandel, investiert die Deutsche Post DHL jetzt rund 200 Millionen Euro in UK, von wo aus sie die meisten Importe und Exporte abwickeln möchte.

DHL Logistikinfrastruktur
2013 © DHL International GmbH

Die Deutsche Post DHL möchte stärker vom wachsenden Handel mit China profitieren. Dafür investiert sie jetzt rund 200 Millionen Euro in Großbritannien. Die Investition soll laut der Financial Times vor allem dem boomenden Online-Handel entgegenkommen und in Flugplätze und Paketzentren fliesen.

UK als Dreh- und Angelpunkt für den Handel mit China

In UK gehört die Deutsche Post mit rund 46.000 Mitarbeitern zu den größten ausländischen Unternehmen. Seit längerem hat sich das Unternehmen in UK auf den Online-Handel zwischen China, Europa und den USA eingestellt. Dadurch konnten die Umsätze in den vergangenen fünf Jahren offenbar stark zulegen.

Der E-Commerce-Anteil am gesamten Handel liegt Schätzungen zufolge in Europa bei acht Prozent und soll bis 2025 auf ganze vierzig Prozent ansteigen. Grund genug für die Unternehmen, sich heute schon auf den Marktwandel einzustellen.

Die aktuellen Investitionen der Deutschen Post DHL sollen vor allem in East Midlands und Heathrow getätigt werden. Die Deutsche Post ist nicht das einzige Logistikunternehmen, das sich gerade neu ausrichtet. Laut dem Unternehmensberater John Manners-Bell seien weltweit aktive Unternehmen – wie die Deutsche Post DHL – die Waren direkt zu den Kunden liefern könnten, die Gewinner des Wandels.

Mehr und häufigere Transporte

„Statt wie früher Produkte erst in großen Mengen an Verkaufsstellen zu liefern, werden Lieferungen immer öfters direkt an die Kunden selbst versendet. Dadurch gibt es kleinere, aber häufigere Logistikprozesse. Das spielt Unternehmen wie DHL in die Karten, welche direkt an die Haustüre liefern“, sagte John Manners-Bell.

Ken Allen, Geschäftsführer von DHL Express in UK, erwartet laut der Financial Times noch in diesem Jahr ein Ansteigen des Liefermarktes von zehn Prozent. Auch 2016 solle der Markt allein in UK nochmal um zehn Prozent zulegen. China sei für UK inzwischen der wichtigste Importmarkt und in Sachen Export für Produkte aus UK an siebter Stelle weltweit.

Allen betont, dass China inzwischen eine wachsende Mittelschicht habe, die zunehmend auch an Produkten aus dem Luxus- und High-End Fashionsegment interessiert seien. Und sie würden diese Waren zunehmend aus Europa beziehen, auch weil der Online-Handel dies immer einfacher mache.

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta




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