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Amazon gehört zu den bekanntesten und mächtigsten Online-Anbietern der Welt. Doch in puncto Logistik muss sich der Konzern zum Großteil auf externe Dienstleister stützen. Um jedoch flexibler und unabhängiger zu sein, arbeitet das Unternehmen seit einiger Zeit aktiv und mit Nachdruck an eigenen logistischen Strukturen. – Das zeigen auch neueste Entwicklungen.

Amazon Logo

(Bildquelle latenightnonsense_amazon_logo: Adrienne Hoffman via Flickr, keine Änderungen, bestimmte Rechte vorbehalten)

Die Vergangenheit zeigt, dass Amazon seine Kunden in Sachen Logistik nicht immer zufriedenstellen konnte: So sind im Jahr 2013 zahlreiche Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig bei den Käufern angekommen. Die Lieferprobleme schob das Unternehmen damals nicht auf Schwierigkeiten mit dem eigenen Personal oder in den eigenen Logistiklagern. Vielmehr seien externe Dienstleister wie UPS und andere Versandpartner Schuld an der Unpässlichkeit.

Doch nicht alle Kunden konnte Amazon mit einer Entschuldigung und Geschenkkarten wieder besänftigen. Die Enttäuschung saß tief. – Solche und ähnliche Vorfälle dürften es gewesen sein, die Amazon dazu veranlassten, sich viel stärker hinter das Thema Logistik zu klemmen und eigene Strukturen voranzutreiben.

Betreibt Amazon eine eigene Luftfracht-Flotte?

Immer wieder hört man dementsprechend von Vorstößen in die Logistik. Die neuesten tragen laut Motherboard den Namen „Aerosmith“. Hierbei soll es sich um einen Luftfrachtbetrieb handeln, der vor wenigen Wochen – genauer gesagt im September dieses Jahres – in Ohio, USA testweise gestartet wurde und Güter eines unbenannten Unternehmens transportiert. Und genau dieses unbekannte Unternehmen soll gerüchtehalber Amazon sein.

Der Luftfrachtbetrieb Aerosmith sei auf dem Frachtfluggelände in der idyllischen Kleinstadt Wilmington aktiv, das früher als Militärbasis diente und zum Beispiel auch schon als Umschlagpunkt von der DHL genutzt wurde. Hier greift das ungenannte Unternehmen Gerüchten zufolge auf vier Boeing 767 verschiedener Unternehmen zurück, die auf Vertragsbasis in Gebrauch sind – auf diesem Mietwege muss kein Geld in den Kauf eigener Flugzeuge gepumpt werden, was solche Tests natürlich äußerst einfach macht. Jeden Tag würden vier Flüge stattfinden.

Bisher gibt es keine Kommentare und keine weiteren detaillierten Informationen zur Fracht oder den Verträgen. Zumindest bestätigten Fedex, UPS und DHL, dass keiner von ihnen an Aerosmith beteiligt ist und dass dementsprechend ein anderes größeres Unternehmen seine Finger im Spiel haben muss. Ein entsprechendes Frachtflugprojekt dürfte aber für Amazon durchaus sinnvoll sein.

Amazon stellt Pakete in Boston selbst zu

Auch in anderen Bereichen scheint Amazon weiter an den hauseigenen Logistik-Strukturen zu arbeiten: Wie eCommerceBytes berichtet, wurden im Großraum Boston in den vergangenen Wochen Amazon-Prime-Pakete nicht von den üblichen Logistik-Anbietern wie UPS, USPS oder FedEx zugestellt. An ihrer Stelle wurden sie von Fahrern weißer, unbeschrifteter Lieferwagen gebracht, die vertraglich an Amazon gebunden sind.

Wie das Nachrichtenportal in Erfahrung bringen konnte, werde diese Art der Lieferung aktuell an mindestens zwei Standorten praktiziert. Und weitere seien in Planung.

Die entsprechenden Prozesse, die hier im Gange sind, sind höchstwahrscheinlich Versuche von Amazon, ein eigenes logistisches Netz aufzubauen. So könnte das Unternehmen gravierende Kosten einsparen und selbst Herr über die Paketzustellung werden.

/ Geschrieben von Tina Plewinski


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