Eigentlich hatte der Fahrdienstvermittler die Taxibranche bislang nicht auf seiner Seite. Könnte sich das jetzt ändern?

Taxi
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Uber gilt eigentlich als Alternative zum klassischen Taxi: Per App kann man sich in 10.000 Städten in 71 Ländern Fahrten buchen. Hierzulande ist das Unternehmen seit 2013 aktiv und hat sich seitdem mehr und mehr etabliert – es gab jedoch auch immer wieder Kritik von Taxiverbänden, teils wurden rechtliche Schritte eingeleitet.

Nun geht Uber einen gegenteiligen Weg und will die Gunst der deutschen Taxifahrer:innen gewinnen. Angestrebt wird eine Partnerschaft: Fahrer:innen und Mietwagenunternehmen können sich auf der Uber-Plattform anmelden, um auf diese Weise Fahrten zu erhalten. „Mit der Öffnung unserer App für alle Taxifahrer deutschlandweit unterstreichen wir unser Interesse, Partner der Taxibranche in Deutschland zu sein“, erklärt Christoph Weigler, Deutschland-Chef von Uber, in der offiziellen Ankündigung

Uber: Digitale Buchungen sind der Standard

Durch die Kooperationen will Uber sein Serviceangebot auf ganz Deutschland ausweiten – denn bisher bietet man die Fahrtenvermittlung nur in 16 deutschen Städten an. Jetzt wären Buchungen auch auf dem Land möglich.

Schon jetzt seien laut Uber in Deutschland 4.000 Taxis auf der Plattform registriert, in Berlin gelte das bereits für 20 Prozent aller Taxen. Die Kooperation brächte ihnen viele Vorteile, argumentiert Weigler: „Auch Taxis können von Digitalisierung, aktivem Werben um Kunden und der hohen Nachfrage auf unserer Plattform profitieren. Das digitale Buchen von Dienstleistungen ist zum Standard geworden, mit der Uber-App bieten wir die technologische Lösung und vermitteln den Taxifahrern einfach und transparent zusätzliche Aufträge.“ Nicht nur die Buchung ist digital, Uber bietet auch eine bargeldlose Bezahlung und Sicherheitsfeatures über die App an.

„Uber Taxi“ statt Taxizentrale – mit Festpreisen

Die Taxiunternehmen sollen von der hohen Nachfrage, neuen Zielgruppen sowie transparenten sowie risikofreien Konditionen profitieren können, verspricht der Fahrdienstvermittler. Jetzt will man sich nämlich als Alternative zu Taxirufzentralen etablieren, die starre Mitgliedsgebühren erheben, unabhängig davon, ob es Fahrten gegeben hat oder nicht. Eine Gebühr wird von Uber stattdessen für jede vermittelte Fahrt erhoben. „Für neue Unternehmer in neuen Städten beträgt diese in den ersten zwölf Monaten garantiert lediglich fünf Prozent des Fahrpreises“, heißt es. Neben den Taxirufzentralen begibt sich Uber außerdem in Konkurrenz zu Bolt und Freenow, die vor allem die Dienstleistungen von Mietwagenfirmen vermitteln. 

Auch ist geplant, in den nächsten Monaten weitere Investitionen in die Branche und in das Marketing zur Taxivermittlung über „Uber Taxi“ zu tätigen. Das Unternehmen lässt darüber hinaus durchblicken, dass es bestimmte Vorstellungen von der Art der Preisgestaltung am Markt hat. Man begrüße „die Vorab-Festpreise für Taxifahrten“, ist weiter in der Ankündigung zu lesen. Die Festpreise habe man bereits in München und Berlin eingeführt. Vor allem die Kundschaft würde die Preistransparenz honorieren.

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Geschrieben von Hanna Behn




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