Das Porto für Briefe soll um 13 Prozent auf 70 Cent steigen. Höchstwert in der Geschichte der Deutschen Post. Hinter der Erhöhung steckt das Bundeswirtschaftsministerium.

Briefe in einem Briefkasten
© Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Ab dem 1. Januar 2016 werden Briefe wieder einmal teurer: Zum vierten Mal in Folge erhöht die Deutsche Post das Briefporto auf voraussichtlich 70 Cent. Das entspricht einer Steigerung um satte 13 Prozent und wäre die stärkste Erhöhung in der Geschichte der Post. Bis 2018 soll dann aber nicht mehr am Porto geschraubt werden. Wie die FAZ berichtet, habe die Deutsche Post bereits 70-Cent-Marken gedruckt, habe die Preiserhöhung bisher aber noch nicht bestätigt. Ein Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur, welche die Preiserhöhung genehmigen muss, habe die Pläne offenbart.

Bundeswirtschaftsministerium will höhere Einnahmen für die Post erzielen

Grund für die Briefporto-Erhöhung sind neue gesetzliche Vorgaben für die Portoregulierung. Die Aufsichtsbehörde muss sich zum ersten Mal an den Gewinnmargen anderer Postunternehmen in Europa orientieren. Damit habe die Deutsche Post viel mehr Spielraum, was die Preiserhöhung angeht. Hinter der aktuellen Porto-Erhöhung steht nach Angaben der FAZ das Bundeswirtschaftsministerium, das höhere Einnahmen für die Post erzielen möchte.

Das ist auch den Wettbewerbern der Post ein Dorn im Auge: Sie kritisieren, dass der Staat diese Entscheidungen fällt, obwohl er als Großaktionär der Post selbst am stärksten von einer solchen Preisanpassung profitiere. Das Wirtschaftsministerium argumentierte dagegen, dass man auf die hohen Personalkosten der Post und die sinkenden Briefmengen reagieren müsse.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers

Kommentare

#2 Heiko Stüber 2015-10-24 09:05
Eine solche Erhöhung ist typisch deutsches Denken. Sinkende Umsätze durch Preiserhöhungen ausgleichen zu wollen, ist eher kontraproduktiv . Damit verschreckt man mit Sicherheit weitere Kunden. Wir von hst360.de verschicken unsere Rechnung gern mit der Post. Da die Deutsche Post für uns keinen Mehwert zu den Mitbewerbern bietet, nutzen wir einen Mitbewerber. Ich wünsche mir daher ein attraktiveres Angebot der Deutschen Post. Dann wäre die Deutsche Post wieder für uns im Gespräch. Ideen habe ich genug dafür, aber die werde ich an dieser Stelle nicht preisgeben
#1 Jürgen Zimmer 2015-10-22 09:58
Der Staat könnte viel mehr von den "Posteinnahmen" profitieren, wenn er endlich die unsägliche Umsatzsteuerbef reiung der Post abschaffen würde. Dadurch entgehen ihm jährlich Mittel im dreistelligen Millionenbereic h, die zudem den Wettbewerb manuipulieren.



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