Ein 150 Jahre alter Dienst wird begraben.

Telegramm-Gerät
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Die Deutsche Post steigt bei Telegramm aus. Und nein, wir meinen nicht den Messenger-Dienst. Denn tatsächlich, konnte man bis Ende 2022 klassische Telegramme über die Deutsche Post versenden. Doch nun wurde der Dienst endgültig ad acta gelegt, wie ein Post-Sprecher gegenüber dem Portal PaketDa bestätigte.

Unvergessliche Nachricht für den besonderen Anlass

Der Dienst Telegramm wird bei der Deutschen Post als eine „unvergessliche Nachricht für den besonderen Anlass“ beworben. Dabei lassen sich verschiedene dekorative Schmuckblätter als Grundlage auswählen, welche man mit einer Nachricht von bis 160 Zeichen versehen lässt.

Etwas Besonderes ist dabei auch der Preis. Denn für die Zustellung der knappen Botschaft per Postboten berechnet die Deutsche Post satte 12,90 Euro. Wer sich nicht ganz so kurzfassen kann, darf auch 480 Zeichen verwenden, muss dafür aber auch 18,35 Euro berappen. 

Die Kostenstruktur wird nicht der einzige Grund gewesen sein, aus dem kaum noch jemand Telegramme versendet. Heutzutage gibt es einfach unzählige Möglichkeiten, jemandem einen netten Gruß zukommen zu lassen. Wie PaketDa in diesem Zusammenhang erwähnt, lassen sich beispielsweise beim Konkurrenz-Anbieter Pacster neben Grußkarten auch kleine Geschenke versenden.

Telegramme wurden nur noch vereinzelt verschickt

Die Zahl der jährlich verschickten Telegramme war dabei seit Jahren stark rückläufig. Waren es 1990 noch 1,675 Millionen Telegramme und selbst 2000 noch knapp 70.000, veröffentlichte die Deutsche Post zuletzt noch einmal mehr Zahlen hierzu. Auf Anfrage der Welt habe das Unternehmen 2012 angegeben, dass eine Zählung keinen Sinn mehr gemacht habe, da Telegramme nur noch vereinzelt verschickt würden.

Nun wird der Dienst bis zum 31.12.2022 offiziell eingestellt. Bis dahin können Kundinnen und Kunden Telegramme telefonisch oder per Website aufgeben. Vielleicht gewinnt eines der letzten Telegramme zu einem späteren Zeitpunkt ja noch an Wert. Eine Kuriosität stellt es mit Sicherheit bereits heute dar.

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/ Geschrieben von Ricarda Eichler

Kommentare

#1 gunnar 2023-01-02 08:59
naja
wie will die post die auch noch zustellen.
selbst viele priobriefe brauchen ja bis 14 tage für teils ca 110km und weniger entfernung.
das telegramm wäre also genauso unwichtig bis zur zustellung.
kennen ja auch einige schon mit ihrer tageszeitung die dann paar tage später kommt.
aber dafür gibt es dann ja bald einen extra teuren zuschlag für briefe die innerhalb 1 oder 2 wochen ankommen sollen.
wie generiere ich die nächsten 10.000.000.000, 00€ gewinn ? ich mache eine post auf und jammer unendlich. :-))



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