Vermutlich findet man sie in den meisten Haushalten: Die bekannten Playmobil-Figuren. Nicht jeder weiß, dass sie in Deutschland produziert werden und von hier aus  60 Millionen Packungen im Jahr das Logistikzentrum verlassen. Eine Herausforderung für die Logistik und Mitarbeiter.

Wie Playmobil die Logistik einsetzt.

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Insgesamt wurden bis heute rund 2,7 Milliarden Playmobil-Figuren weltweit verkauft. Das heißt für fast jeden zweiten Erdenbürger gibt es eine Playmobil-Figur. Die erstmals 1974 vorgestellten Spielfiguren werden von dem fränkischen Unternehmen Geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG in Zirndorf hergestellt. Keine einfache Sache, denn wie das Industrieportal MaschinenMarkt schreibt, gibt es heute bei den Playmobil-Figuren 374 Frisurenvarianten, 839 verschiedene Gesichter, 68 unterschiedliche Bärte und insgesamt mehr als 21 Mio. Kombinationsmöglichkeiten.

Im Jahr müssen rund 60 Millionen Playmobil-Packungen versendet werden. Im Logistikzentrum in Herrieden wird der Versand vorbereitet. Das rund 80 Millionen teure Logistikzentrum wurde im vergangenen Jahr fertiggestellt und verfügt über ein 18 ha großes Gelände. Acht Hallen, 100 Lkw-Ladetore und ein Warenein- und Ausgang mit einer Fläche von 90.000 Quadratmetern. Hier werden die kleinen Playmobil-Figuren kommissioniert, konfektioniert und für den weltweiten Versand fertig gemacht.

60 Prozent des Umsatzes im Weihnachtsgeschäft

Insgesamt sorgen rund 250 Mitarbeiter im Zweischichtbetrieb für die Abwicklung. Werden im Werk in Dietenhofen automatische Lagerkonzepte mit Regalbediengeräten eingesetzt, setzt man in Herrieden auf intelligente Flurförderfahrzeuge von Linde. Insgesamt 120 dieser Fahrzeuge bewältigen im Logistikzentrum den Materialfluss. Die Ein- und Auslagerung der ankommenden Paletten mit der Ware erfolgt automatisch. „Dank der Teilautomatisierung wird eine fehlerhafte Ein- oder Auslagerung ausgeschlossen, da alle Befehle vorgegeben werden“, sagte Jozo Dramac, Leiter System- und Regaltechnik bei Müller Fördertechnik gegenüber MaschinenMarkt.

Täglich erreicht das Logistiklager so eine Umschlagleistung zwischen 2.000 und 2.500 Paletten. Das Lager verfügt aber insgesamt über 9.000 Palettenstellplätze, die in der Weihnachtszeit auch gebraucht werden. Denn 60 Prozent des Umsatzes werden in der Spielwarenbranche in eben dieser Zeit umgesetzt. „Gerade im Weihnachtsgeschäft erwirtschaftet die Spielwarenbranche 60 % ihres Umsatzes. Dann braucht man viel Platz, um die Ware für die Saison vorzuhalten. Wir haben nun die nötigen Kapazitäten sowie reibungslose Prozesse geschaffen, um auch Saisonspitzen oder weiteres Wachstum problemlos abwickeln zu können“, sagte Robert Benker gegenüber MaschinenMarkt.

 

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta




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