Die Deutsche Bahn will sich von ihrer Logistiktochter DB Schenker trennen. Intern soll der Verkauf bereits beschlossen sein.

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DB Schenker, die Logistiktochter der Deutschen Bahn, könnte schon bald ganz offiziell zum Verkauf stehen. Bereits 2021 gab es erste Spekulationen darüber, dass sich der Konzern von Schenker trennen will. Wie die Tagesschau mit Verweis auf Reuters schreibt, soll sich die Bundesregierung nun zum Verkauf entschlossen haben. 

Noch in diesem Jahr soll der Aufsichtsrat den Verkauf absegnen, bis zum endgültigen Verkauf könnte es aber wohl noch eine Weile dauern.

Trennung von DB Schenker sei „wirtschaftlicher Unsinn“

Wirtschaftlich steht die Bahn-Tochter sehr gut dar. Im ersten Halbjahr 2022 kam man auf einen Betriebsgewinn von gut 1,2 Milliarden Euro und bescherte dem Gesamtkonzern schwarze Zahlen. Auch aus diesem Grund gibt es eine lange Liste von Interessenten an DB Schenker. Als „wirtschaftlichen Unsinn“ hat inzwischen der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, den Verkauf bezeichnet. DB Schenker trage 30 Prozent zum Konzernumsatz der Deutschen Bahn bei, bei einer Trennung beraubt sich das Unternehmen selbst davon, im internationalen Güterverkehr ein starker Anbieter zu sein. 

Unternehmen soll effizienter werden

Aus der Politik gibt es sowohl von der FDP als auch den Grünen Zustimmung für den Verkauf der Logistiktochter. Mit der Trennung könne sich das bundeseigene Unternehmen auf den Personenverkehr konzentrieren. Außerdem ließen sich so Schulden abbauen, der Konzern könnte sich effizienter und transparenter aufstellen. Aktuell stehen bei der Bahn 30 Milliarden Euro Schulden zu Buche, mit einem Verkauf könnte sich das Unternehmen Geld für neue Investitionen sichern.

Nach Angaben der Tagesschau wird der Wert von DB Schenker derzeit auf zwölf bis 20 Milliarden Euro geschätzt.

/ Geschrieben von Corinna Flemming

Kommentare

#4 Thomas Marschner 2022-09-19 12:03
Zu diesem Plan fehlen einem echt die Worte.
Unfassbar...
#3 Christian Körner 2022-09-19 11:39
Wieder Mal kurzfristig gedacht, wie ich schnell zu Kohle komme. Damit veräußert die Bahn ihre einzige gewinnbringende Sparte und wird endgültig zum Millionengrab für Steuergelder.

Und das Argument der Konzentration auf den Personenverkehr zeigt, wie weltfremd die Politiker sind. Ein weitaus größeres Potential sowohl für die Verlagerung von der Straße auf die Schiene als auch für die CO2-Einsparung hat der Güterverkehr, aber der wird ja systematisch kaputt gestrichen.
#2 gunnar 2022-09-17 08:45
wer da wohl alles dran gut verdient.?
dort dann gute jobs oben / oder bei reden später bekommt.?
immer mehr schritte, um die bahn später billig an investoren zu verkaufen.
das richt alles sehr sehr merkwürdig.
und dann müssen sich die fahrer später wohl auch sorgen machen, das sie mehr wie erlaubt arbeiten müssen, weniger geld bekommen usw.
und es gibt wieder ein haufen manager die millinengehälte r in der neuen firma bekommen.
#1 Weindealer 2022-09-16 13:12
schön rausgeputzt und schön kurzfristig gedacht. Gold wird versilbert...
Der Bund bekommt Kohle... die Probleme im Personenverkehr werden damit nicht behoben...
In der freien Wirtschaft nicht vorstellbar. Wer bekommt da Provision ?



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