Dass die Deutsche Bahn massiv von Verspätungen geplagt ist, liegt Bahnchef Lutz zufolge nicht an mangelndem Personal, sondern am überlasteten Schienennetz. Das soll nun geändert werden.

Güterzüge auf Schienen
© Christian Mueller / Shutterstock.com

Die Deutsche Bahn wurde zwar schon immer wegen ihrer vermeintlichen Unpünktlichkeit verspottet, doch mittlerweile nimmt das Problem massive Ausmaße an: Im Juni kamen nach Angaben des Unternehmens nur noch 58 Prozent aller Fernzüge pünktlich am Ziel an, im Regionalverkehr waren es immerhin 88,5 Prozent der Züge. Die Lage dürfte durch das 9-Euro-Ticket verschärft worden sein, aber Bahnchef Richard Lutz betonte laut FAZ, dass nicht etwa mangelndes Personal oder geringe Investitionen in Züge für die Probleme verantwortlich seien, sondern das Schienennetz.

„Unterdimensioniert und unterfinanziert“

Die Schieneninfrastruktur sei Lutz zufolge „über Jahre und Jahrzehnte unterdimensioniert und unterfinanziert“ worden. Der Bahnchef attestiert dem Schienennetz, dass es „veraltet und nicht gut“ sei. Die Gestaltung eines Hochleistungsnetzes in Deutschland sei ein Schritt „in die richtige Richtung“, trotzdem fordert Lutz auch mehr Effizienz beim Bauen. Um das Schienennetz instand zu halten, seien die Investitionen um einen dreistelligen Millionenbetrag erhöht worden.

9-Euro-Ticket ist ein „Riesenerfolg“ für den ÖPNV

Die Bahn war mit der Einführung des 9-Euro-Tickets in den Fokus der öffentlichen Berichterstattung gerückt. Wissing bewertet das Ticket als „Riesenerfolg“ für den ÖPNV: Zusätzlich zu den zehn Millionen Abonnenten seien 20 Millionen Tickets verkauft worden. Mittlerweile werden Nachfolgelösungen für die Ende August auslaufende Maßnahme gefordert. Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat inzwischen angekündigt, ein entsprechendes Modell für möglich zu halten. Ein entsprechendes Angebot sei aber voraussichtlich erst Ende des Jahres oder Anfang 2023 möglich, so Wissing laut dem Spiegel

Wichtig sei die Balance zwischen Preis und Leistung. Einfach nur ein günstiges Ticket anbieten zu wollen, scheint dem Bundesverkehrsminister zu kurz gedacht: „Es ist ja nicht so, dass der niedrigste Preis immer die größte Zufriedenheit herbeiführt. Wenn die Leitung dahinter nicht stimmt, dann nutzt es niemandem, für einen Euro fahren zu können, aber die Takte nicht passen.“ 

100. ICE 4 getauft

Der Bundesverkehrsminister hatte gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer den 100. ICE 4 auf den Namen „Rheinland-Pfalz“ getauft. Wissing betonte, dass der neueste ICE mit einer Länge von 374 Metern und 918 Sitzplätzen für „innovatives und nachhaltiges Reisen“ stehe, berichtet die FAZ. Der ICE 4 verbraucht pro Sitzreihe etwa 22 Prozent weniger Energie als die Züge der ersten Baureihe, betonte Wissing.

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/ Geschrieben von Michael Pohlgeers




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