Aufgrund der hohen Spritpreise könnte in Deutschland eine Insolvenzwelle in der Logistikbranche drohen, warnt der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).

Lkw
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Benzinpreise von weit jenseits der zwei Euro sind nicht nur ein Ärgernis für Privatverbraucher, sie könnten auch schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft haben. Die Logistikbranche warnt nun gar vor Insolvenzen. „Die finanzielle Belastungsgrenze vieler Transportunternehmen ist erreicht“, sagt Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), so das Handelsblatt. Gerade der Mittelstand sei stark von den Preisen betroffen.

„Es droht schlicht und ergreifend eine Insolvenzwelle im deutschen Transportlogistikgewerbe“, so Engelhardt. Mittelfristig würden sich die Preise auch auf Alltagsprodukte im Supermarkt auswirken. Der BGL schlägt deshalb einen Krisengipfel mit der Bundesregierung vor. Man sei „schockiert und verärgert“, dass das Wirtschaftsministerium bislang nichts unternehme.

Logistikbranche stark vom Ukraine-Krieg betroffen

Die Logistik- und Busbranche hatte in dieser Woche bereits gewarnt, dass die enormen Spritkosten eine große Belastung bedeuten. Im Raum steht die Forderung nach einer befristeten Einführung eines verbilligten Gewerbediesels. Laut Engelhardt werde in Spanien, Frankreich und Italien bereits die Energiesteuer für gewerblich genutzten Diesel erstattet.

Wegen des Ukraine-Kriegs drohen der Branche vielfältige Probleme. Bereits am Mittwoch warnte der BGL vor dem Ausfall von über 100.000 ukrainischen Lkw-Fahrern, was den internationalen Warenverkehr erheblich stören würde. Mindestens sieben Prozent der 2021 in Deutschland eingesetzten Lkw-Fahrer seien Ukrainer. In der Branche fehlen ohnehin etwa 60.000 bis 80.000 Fahrer.

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/ Geschrieben von Christoph Pech