Nach Ansicht der Koalitionspartner soll sich die Deutsche Bahn lieber auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und die dabei bestehenden Schulden fokussieren.

DB-Schenker LKW
Bjoern Wylezich / shutterstock.com

Die Deutsche Bahn hat Schulden und schreibt weiterhin Verluste. Während das Unternehmen selbst in der lukrativen Logistiksparte Vorteile fürs Gesamtgeschäft sieht, drängen derzeit Stimmen aus der FDP sowie der Grünen zu einer Trennung zwischen dem Personenverkehr und der Logistik. Wie die Tagesschau den Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP, Torsten Herbst, zitiert, solle die Bahn „Beteiligungen an Unternehmen, die wie DB Schenker ihre Umsätze überwiegend im Ausland erzielen“, veräußern. 

Bahn soll sich aufs Kerngeschäft konzentrieren

Die Grünen sprechen sich bereits seit einiger Zeit für einen exklusiven Bahnkonzern aus. Nach Ansicht des Grünen-Verkehrspolitikers Matthias Gastel, habe die Logistik weder wirklich Berührungspunkte noch einen relevanten Mehrwert für das Kerngeschäft der Bahn. Die Koalitionspartner scheinen sich in dieser Angelegenheit also einig. Enthalten tut sich indes die SPD. Ein tatsächlicher Beschluss liegt hier folglich noch nicht vor.

Ob die Abstoßung von DB Schenker sich tatsächlich vorteilhaft auf die Finanzen der Bahn auswirken würde, sei jedoch dahingestellt. DB Schenker konnte im Jahr 2021 Gewinne von über einer Milliarde Euro generieren. Der Personenverkehr macht auf der anderen Seite aktuell Verluste. Die zusätzlichen Einnahmen durch den hohen Logistik-Bedarf haben also durchaus ihre Vorteile für den Gesamtkonzern.

Wie die Tagesschau weiter berichtet, gab es bereits Spekulationen über mögliche Kaufpreise von DB Schenker. Dabei fielen neben möglichen Preisen von bis zu 20 Milliarden Euro auch Namen potenzieller Interessenten. Michael Theurer, der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, wollte aber keine dieser Spekulationen bestätigen. 

Bahn möchte DB Schenker behalten

Die Deutsche Bahn ist derweil wenig begeistert von den Forderungen. Die hohen Umsätze von DB Schenker sichern in den Augen von Bahnchef Richard Lutz  letztlich die Existenz des gesamten Unternehmens. „Was die Zukunft bringt, das wird man sehen. Derzeit bin ich jedenfalls heilfroh, dass wir Schenker haben“, zitiert ihn die Tagesschau unter Berufung auf die dpa. 

Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG ermahnt dazu, die potenziellen Nachteile der Trennung im Auge zu behalten. Demnach sei die Vernetzung der beiden Unternehmensteile vor allem auch im Sinne der Umwelt. 

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Geschrieben von Ricarda Eichler




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