Das erste Halbjahr dieses Jahres verlief für die Deutsche Post nicht optimal. Die aktuellen Geschäftszahlen zeigen, dass das Unternehmen deutlich von den Streiks gezeichnet wurde. Gleichzeitig aber stieg das Expressgeschäft, während die Frachtsparte nach wie vor das Sorgenkind des Unternehmens bleibt.

Die aktuellen Geschäftszahlen der Post.

© 2015 Deutsche Post AG

 

Lange haben die Streiks bei der Deutschen Post gedauert, die Nachwirkungen sind auch heute noch zu spüren. Den aktuellen Geschäftszahlen des Unternehmens zufolge haben die Streiks der Gewerkschaft Verdi das Unternehmen rund 100 Millionen Euro gekostet. Hinzu kommt das sowieso schon länger kriselnde Frachtgeschäft, was dazu führt, dass die Deutsche Post die Prognosen für das Geschäftsjahr senken musste.

Gewinnrückgang und Senkung der Prognosen

Die Aktie der Deutschen Post reagierte mit einem Kursfall auf die neuesten Zahlen der Deutschen Post. 100 Millionen Euro weniger durch die Streiks, andauernder Gewinnrückgang beim Frachtgeschäft und ein stärkerer Gewinnrückgang, als von Analysten vorausgesagt. Ein gutes Geschäftsergebnis sieht anders aus.

Wie die Post heute mitteilte, fiel das operative Ergebnis (Ebit) um ganze 18,1 Prozent auf 537 Millionen Euro. Berichten zufolge hatten Analysten ein operatives Ergebnis in Höhe von 631 Millionen Euro vorausgesagt. Der Gewinn des Unternehmens sank auf 326 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 461 Millionen Euro gewesen. Gleichzeitig aber konnte der Umsatz gesteigert werden: Dieser stieg um 7,3 Prozent auf insgesamt 14,7 Milliarden Euro. Nach Auskunft der Deutschen Post sorgte hier vor allem das Express-Geschäft für deutliche Zuwächse – trotz der wochenlangen Streiks. Die Infografik der Deutschen Post zeigt die Entwicklung des operativen Ergebnisses:

Operatives Ergebnis der Deutschen Post.

© 2015 Deutsche Post AG

Auch die Zahl der Mitarbeiter wurde gesteigert: Es wurden rund 4.400 neue Mitarbeiter eingestellt. So beschäftigt die Deutsche Post derzeit rund 493.000 Mitarbeiter.

Frachtsparte schwächelt nach wie vor

Wie der Finanzchef Larry Rosen sagte, wurde die Gewinnprognose für 2015 „aufgrund der Belastungen durch die Streik-Aktionen“ gekürzt. Demnach soll das operative Ergebnis in diesem Jahr nach der Prognose des Unternehmens zwischen 2,95 und 3,1 Milliarden Euro liegen. Für das Jahr 2016 möchte man den operativen Gewinn auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro anheben.

Die Frachtsparte schwächelt nach wie vor und muss seit 2013 mit Gewinnrückgängen kämpfen.

 

 

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta




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