Worfelden gegen die DHL. – Das ist die Geschichte um Helmut Becker, der als Paketbote der DHL nach fast 30 Jahren unerwartet in einen neuen Bezirk versetzt wird. Viele Kunden drohen mit Boykott und demonstrieren gegen die Änderung. Bislang ohne Erfolg. Die Uneinsichtigkeit von DHL wird in den sozialen Medien bereits als neues PR-Desaster des Logistikers gehandelt.

Screenshot: Facebook-Seite Facebook: DHL Wir wollen Helmut behalten
Facebook: DHL Wir wollen Helmut behalten, Screenshot

Es dürfte ein seltener Anblick sein: Ein Paketbote bekommt nicht nur tosenden Applaus und Jubelrufe entgegen geschmettert, sondern ihm werden auch liebevolle Banner und Transparente gewidmet. Auch Geschenke gibt es: Helmut Becker ist DHL-Mitarbeiter und fährt in Worfelden, einem Ortsteil von Büttelborn, seit fast 30 Jahren Pakete aus. Man kennt ihn. Mehr noch: Er ist Teil der Gemeinschaft. Für viele ein Freund.

Dorf kämpft für Helmut Becker, DHL sieht die Lage sachlich

Wie die Welt berichtet, pflegt Becker zu vielen eine persönliche Verbindung und bekam von einigen Einwohnern sogar die Wohnungsschlüssel, damit er die Pakete auch in Abwesenheit der Adressaten abgeben konnte.

Dass Helmut Becker nun jäh versetzt wird, war für viele Anwohner ein Schock. Sie protestierten. Selbst der Bürgermeister von Büttelborn, Andreas Rotzinger, gab an, dass man „sich für den Verbleib von Becker in seinem Bezirk in Worfelden eingesetzt“ habe. – Vergeblich. Denn die Bitten und Anschreiben der Kunden blieben bei der DHL ungehört. Das Logistik-Unternehmen ließ verlauten: „Es ist schlicht nicht möglich, jedem Zusteller lebenslang einen eigenen Zustellbezirk zu garantieren.“

„Kein Helmut – kein DHL“

Und so veranstalteten die Bewohner von Worfelden einen Abschied mit besagten Geschenken und Bannern. Sie sind wütend und können die Entscheidung von DHL nicht nachvollziehen. Mithilfe aufgestapelter Pakete und Bannern machen sie ihrem Ärger Luft, wenden sich demonstrativ von DHL ab und sich den Konkurrenzunternehmen zu: „Tschüss DHL“, heißt es dort. Oder „Kein Helmut – kein DHL“.

 

Becker selbst bedankt sich bei den treuen Kunden mit einem Aufkleber auf seinem DHL-Transporter. Ein Zeichen, dass auch er sich emotional verbunden fühlt.

 

DHL: „selbst gemachtes PR-Desaster“

Was für die kleine Worfeldener Gemeinde wohl als weitreichendes Ereignis bezeichnet werden kann, scheint für die DHL eher als kleine Belanglosigkeit. Doch die Presse berichtet über die Versetzung und viele Menschen zeigen kein Verständnis. Sie meinen, dass es sicher ein Leichtes gewesen wäre, einen anderen, regionalen Kollegen im etwa zehn Kilometer entfernten Bezirk Mörfelden-Walldorf einzusetzen. User auf Twitter sehen in der regionalen Angelegenheit erneut ein PR-Desaster, für das sich DHL selbst verantwortlich zeigen muss.

 

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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