Die Deutsche Post DHL Group (DPDHL) sieht Neuerungen beim Produkt Warenpost International vor. 

Briefträger mit Warenpost
mattomedia KG / Shutterstock.com

Händler und andere Geschäftskunden können mit Warenpost International weltweit vergleichsweise günstig versenden. Das Produkt kann derzeit noch über die Webseite der Deutschen Post gebucht werden. Schon bald soll diese Funktion ins DHL-Geschäftskundenportal wandern. 

Bereits Mitte 2020 hatte DPDHL die Warenpost National in die DHL-Systemlandschaft integriert und zieht nun beim internationalen Angebot nach. So war es bei der Umstellung damals erklärtes Ziel, den nationalen Warenversand aus einer Hand anzubieten, erläutert eine Unternehmenssprecherin. Die Maßnahme habe zu sehr positiver Resonanz auf Kundenseite geführt. „Wir werden daher auch bei unserem internationalen Produktportfolio Vereinfachungen für unsere Kunden umsetzen“, so DPDHL weiter. 

Privatkunden betrifft die Änderung nicht, schon jetzt ist die Warenpost International ein Produkt für Gewerbekunden. Um den Service zu nutzen, muss jetzt allerdings ein Geschäftskundenvertrag mit DHL geschlossen werden. Zuvor reichte für die Nutzung des Versandformats ein Nachweis für eine gewerbliche Tätigkeit. 

Mögliche Neuerungen durch Umstellung

Die Änderungen bei der Warenpost International könnten bis Mitte 2022 in Kraft treten – und im Zuge dessen könnte es auch neue Preise und Formate geben, berichten Händler im Sellerforum mit Verweis auf Informationen, die sie vom Unternehmen erhalten hätten. Auf den Änderungszeitpunkt deutet die derzeitige Preisliste für die Warenpost International hin, auf der die Preise für das Produkt noch bis zum 30. Juni 2022 gültig sind.

Mehrere Händler meldeten zudem, dass sich die Maximalmaße verändern würden. Demnach sollen Sendungen künftig nur noch eine Länge von maximal 35,3 cm, eine Breite von 25,0 cm und eine Höhe von 10 cm aufweisen dürfen, damit sie über diese Versandart verschickt werden können. Aktuell können Warenpost-International-Sendungen bis zu 2 kg schwer sein und Maximalmaße von 90 (Länge x Breite x Höhe) haben, es gibt verschiedene Tarif- und Gewichtsstufen. Zum Vergleich: Bei der Warenpost National gilt ein Maximalgewicht von 1 kg und es gelten die Höchstmaße 35,3 Länge x 25,0 Breite x 5,0 cm Höhe, entsprechend ist eine Anpassung auf dieselben Höchstmaße denkbar. Diese Maße für das nationale Produkt wurden bei der damaligen Umstellung unverändert übernommen. Mit der damaligen Anpassung ging außerdem die zusätzliche Nutzung von Empfängerservices von DHL einher.

Dem Verbraucherportal Paketda zufolge könnten in Zukunft international Zusatzentgelte bei Unzustellbarkeit oder falscher Leitcodierung etc. anfallen. In Bezug auf die Laufzeitqualität werde sich voraussichtlich nichts ändern, da Warenpostsendungen nicht über das DHL-, sondern über das Briefnetz befördert werden.

DPDHL äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu weiteren Details, diese wolle man zu gegebener Zeit bekannt geben.

Update: DHL gibt Details bekannt

Inzwischen hat das Unternehmen eine Informationswebseite zu den Änderungen eingerichtet. Demnach wurden die genannten Maße von 35,3 x 25 x 10,0 cm und ein Maximalgewicht von 1 kg für internationale Warenpostsendungen bestätigt. Für den Fall, dass die Option nicht zur Versandstruktur der Geschäftskunden passe, verweist DPDHL auf den Service DHL Paket International. Bei der Option „Warenpost International Premium“ wird zudem ein End-to-End-Tracking inkl. Haftung für den Verand in zahlreiche Länder angeboten. Die Neuerungen greifen ab dem 1. Juli 2022.

(Dieser Text wurde am 7. Januar 2021 um die weiteren Details zum Thema ergänzt)

/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#8 Matthias 2022-01-17 12:03
Ich begrüße die Änderungen, die längst überfällig waren massiv. Die Buchung über die Portokasse waren doch kein Zustand. Vor allem mit der maximalen Aufladung von 1000 EUR. Die sind bei uns alle 2-3 Tage verbraucht. Und dann die übergabe an den Paketboten anstatt an den Abholer der nationalen Warensendungen. Auch wenn die Maße nun kleiner sind und die Mengen dadurch natürlich sinken macht das schon Sinn so.
#7 Christofer Caric 2022-01-10 08:22
Damit fallen drei Versandmöglichk eiten die wir bisher nutzen konnten und vergleichbar Günstig waren komplett weg. Grund ist die Reduzierte Größe !
Bis 10 cm höhe lässt sich kaum etwas sicher verpacken das zb. ein Vase oder ein Glas ist. Auch passen alle unsere Artikel nicht mehr in die Maximalen Größen mehr hinein. Das ist somit unsere Insolvenz da DHL Paket keine Option darstellt !!! ABZOCKE und Hunderte Shops werden an der Änderung kaputt gehen.
#6 Lux 2022-01-08 16:27
Fortsetzung:


Der internationale Versand wird damit für viele Kleinunternehme n die unter 100.000 Sendungen liegen nicht mehr interessant sein. Die Kosten sind einfach höher als für den Versand aus anderen Ländern. Den internationalen Versand per DHL Paket, der nun für Dinge nötig wird, die über Maxibriefmaß bei 10 cm Dicke (wenigstens das!) kann man sowiso vergessen. Wie soll es wirtschaftlich sein wenn die Lieferung einer 1-2 KG Ware allein schon 10€ netto oder mehr kostet. Damit ist man mit Verpackung, 15% Marktplatzgebüh ren, MwSt. und Widerrufsrisiko schon bei 15-20€ Versandkosten. Sowas gibt doch kein vernünftiger Mensch für eine Bestellung mit Warenwert 5, 10, 20 oder 50€ aus, wenn die Warenpreise nicht im Gegenzug gleichzeitig auf China Niveau sind ...
#5 Lux 2022-01-08 16:26
Die Integration der Warenpost in das DHL Geschäftskunden portal, ging damals mit einer unglaublich dreisten Steigerung des Entgeldes um 33% gegenüber meines vorherigen auf 25.000 Sendungen/Jahr basierenden Preis einher. Obwohl die Sendungsmenge im neuen Angebot gleich blieb. Zusätzlich kamen auch noch die Aufschläge (Unzustellbarke it usw.) hinzu. Ich habe in diesem Zusammenhang den Versandhandel zum Jahreswechsel 2020/2021 komplett aufgegeben.

Mit ähnlichen "Anpassungen" ist sicher nun auch zu rechnen. Zusätzlich ist mit der Integration ins Geschäftskunden portal damit zu rechnen, dass es einen Bezug auf Mengen geben wird (Angebotsbasis) . Das heißt nicht mehr die gleichen Preise für alle. Kleinversender sind damit raus, man kann den internationalen Versand nicht mehr einfach so mit anbieten und diesen zu einem Volumengeschäft wachsen lassen, weil die Nachfrage von Anfang an mit für Kunden unattraktiven Versandkonditio nen abgewürgt wird. Aliexpress, Amazon und Co. mit großen Volumina und zudem eigenen Logistiknetzwer ken können ihre Vormachtstellun g weiter stärken.

Fortsetzung in 2. Posting...
#4 Stefan 2022-01-07 10:47
Vom Ansatz her eine gute Idee, es entfallen die lästigen und oft einzelnen Einzelbuchungen über das DP-Portal mit PayPal-Zahlung. Bei einer Maximalhöhe von 5cm wäre in unserem Shop aber ein Großteil der Sendungen nicht als Warenpost-Inter national versendbar und müsste als teure DHL-Pakete versendet werden. Auch 10cm sind für sehr viele Artikel zu wenig. Ich sehe einen deutlichen Rückgang des Auslandsgeschäf ts, da die Versandkosten von den Käufern nicht akzeptiert werden.

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Antwort der Redaktion:
Hallo Stefan, vielen Dank für deinen Kommentar! Wir haben die Informationen zum Thema aufgrund neuer Hinweise inzwischen aktualisiert. Eine Maximalhöhe von 5 cm ist demnach nicht geplant – 10 cm allerdings schon.
Viele Grüße, die Redaktion.
#3 Marco Heiser 2022-01-06 13:34
Ich finde es ganz schlimm wie die Deutsche Post AG alle Nase lang "Gesetzmäßigkei ten" ändert und damit Existenzen (berufliche wie auch geschäftliche) in Grund und Boden stampft.
Hoffentlich wird diese Vormachtstellun g der Post AG ein Ende haben und konkurrenzfähig e Alternativen den Markt beleben.
#2 Dirk 2022-01-06 11:45
Die Integration in das DHL-GKP wäre zumindest fürs handling ein großer Fortschritt, denn das einzelne Erstellen der Etiketten über den Post-Shop mit Einzel-Rechnung en und -zahlungen ist extrem nervig und zeitraubend.

Davon abgesehen muss man sagen, dass das Preis-/Leistung sverhältnis der WP International sowie dem Vorläufer (Einschreiben International) bisher ungeschlagen ist. Wir versenden damit Sendungen unter 1kg in die ganze Welt - nach Madagascar bis Alaska oder Neuseeland oder nördlich des Polarkreises - und das zu einem bisher sehr günstigen Preis. Allerdings muss man zumindest außerhalb der EU auch mit teils langen Lieferzeiten leben.
Bei tausenden Sendungen in den letzten 10 Jahren sind vielleicht 3 verschwunden - das ist natürlich das Risiko, denn versichert ist das Ganze nur mit ca. 30 (?) Euro. Und wenn etwas nicht zustellbar war, kam es kostenlos zurück.

Ist jetzt die Frage, ob das dabei bleibt...
Nein, ist eigentlich keine Frage - natürlich nicht.
DPDHL hat es sich schließlich zur Konzernaufgabe gemacht, alle Produkte auf Kosten seiner Kunden zu optimieren.
#1 gunnar 2022-01-06 09:48
tja, also wieder alles mehrkosten.
die bürger werden von der aktiengesellsch aft Post / Dhl sowas über die ohren gezogen.
als wenn bei 7 oder 8 MILLIARDEN € gewinn, die preise und maße ,, neu angeglichen werden müssen,, .
dabei ist das schon ein gewinn von 100.-€ pro einwohner, egal ob gerade gebohren, oder morgen am sterben.
auch kommt dann wieder das mit ,, das briefpostaufkom men ist angeblich gesunken, wir müssen den preis auch wieder anheben.
wäre warenpost national nicht nach dhl verschoben worden, hätte die post eine steigerung der sendungen und hätte die letzte preiserhöhung niemals bekommen.
auch sind die postboten im streß wegen dhl, nicht wegen der briefpost.
laßt euch nicht weiter veräppeln.!
verstaatlicht den ,, ... laden ,, endlich wieder.



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