Amazon hat in den letzten Jahren kräftig ins eigene Logistiknetzwerk investiert. Dadurch könnte der Online-Riese seine US-Konkurrenz schon sehr bald hinter sich lassen.  

Amazon-Logo auf Zustellfahrzeug
Mikel Dabbah / Shutterstock.com

Zahlreiche Logistikstandorte, Personal und die eigene Flotte an Fahrzeugen und Flugzeugen hat Amazon in der Vergangenheit immer wieder aufgestockt – mit dem Ziel, für die Auslieferung von Online-Bestellungen nicht auf andere Logistikdienstleister angewiesen zu sein. 

Diesem Ziel komme der Konzern laut Dave Clark, CEO für Amazons weltweites Verbrauchergeschäft, inzwischen näher. In einem CNBC-Interview erklärte er: „Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende dieses Jahres einer der größten Transporteure der Welt sein werden“. Spätestens Anfang des Jahres 2022 sei das Unternehmen zudem in der Lage, der größte US-Paketlieferdienst zu werden und neben dem U.S. Postal Service auch die langjährigen Versandrivalen UPS und FedEx zu überholen.

„Diese Dinge passieren nicht über Nacht“, so Clark weiter. „Wir haben die logistische Infrastruktur, die Technologieplattform, die sie antreibt, jetzt seit zwei Jahrzehnten aufgebaut, sodass wir die Pandemie in einer wirklich guten Position angehen konnten“. 

Amazon stellt den Großteil der eigenen Bestellungen selbst zu

Seit 2013 arbeitet das Unternehmen noch gezielter an der Professionalisierung der eigenen Logistik- und Fulfillment-Aktivitäten, Mitte 2019 stellte Amazon knapp die Hälfte der eigenen Pakete selbst zu. Im August letzten Jahres habe sich dieser Anteil Analysten zufolge bereits auf zwei Drittel erhöht, schreibt CNBC. Im Vergleich zu 2020 hat das Unternehmen die Logistikkapazitäten bereits verdoppelt und weitet die eigenen Versanddienstleistungen in den USA inzwischen immer mehr auch auf externe Händler aus. 

Im vergangenen Weihnachtsgeschäft wurden aber auch noch zahlreiche Online-Bestellungen über UPS verschickt – mit etwa 13 Prozent am Gesamtumsatz im vierten Quartal galt Amazon noch als der wichtigste Kunde des Logistikers. UPS-CEO Carol Tomé zufolge ist die Beziehung zwischen den beiden Unternehmen „einzigartig“.  

Hierzulande wird Amazon als Zusteller jedenfalls beliebter. In einem YouGov-Ranking Anfang 2021 landete das Unternehmen auf Platz zwei hinter der Deutschen Post DHL. 

/ Geschrieben von Hanna Behn




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