Durch den Fund zahlreicher keltischer Gräber musste der Logistikers Greiwing die Zeiten für ein Bauprojekt in Rheinland-Pfalz deutlich verlängern.

Gräber: Ausgrabung von Gebeinen
Microgen / Shutterstock.com

Der nordrhein-westfälische Logistiker Greiwing, der auf rieselfähige Produkte im Food- und Non-Food-Bereich spezialisiert ist, hat an seinem Standort im rheinland-pfälzischen Worms Großes vor: Insgesamt 18 Millionen Euro will das Unternehmen hier im Rahmen eines Ausbaus investieren. Zusätzliche Logistikhallen, Silos und Stellplätze sind in Planung. Allerdings läuft das Bauprojekt alles andere als gewöhnlich, denn im Vorfeld wurden 120 Gräber aus der Keltenzeit gefunden, wie die VerkehrsRundschau schreibt.

Keltengräber und Eidechsen beeinflussten den Ausbau

Bauliche Projekte in dieser Größe seien stets herausfordernd, kommentierte Jürgen Greiwing, Geschäftsführender Gesellschafter. Das Besondere an dem Projekt in Worms sei jedoch gewesen, dass man von Beginn an damit rechnen musste, keltische Grabstätten auf dem Gelände zu finden. Und so war es dann auch. 

„Dass die archäologischen Grabungen schließlich sogar 120 Keltengräber zutage förderten, überraschte dann aber doch und zwang uns, die Zeitpläne schon vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten zu revidieren“, wird Greiwing in einer offiziellen Meldung zitiert. Zunächst waren sechs Monate vorgesehen, um Gräber inklusive Grabbeilagen wie Gold, Schmuck, Kleidung und Schwerter zu bergen. Nachdem die Zahl der gefundenen keltischen Ruhestätten dann doch größere Ausmaße annahm, musste die Bergungszeit schließlich auf neun Monate hochgeschraubt werden.

Und das war nach Aussagen des Logistikers noch nicht alles, denn neben den Keltengräbern habe man sich auch mit der lokalen Fauna befassen müssen: Um das Bauprojekt umsetzen zu können, seien über die Sommermonate hinweg mehr als 400 Zaun- und Mauereidechsen gefangen und umgesiedelt worden.

Spatenstich für Greiwings Ausbau

Die Freigabe für das Baugrundstück sei jüngst erteilt worden, weshalb Greiwing den millionenschweren Ausbau nun Anfang November mit einem symbolischen Spatenstich beginnen konnte. Konkret soll die bestehende Niederlassung auf dem 23.000 Quadratmeter großen Areal um zwei neue Logistikhallen mit einer Größe von 4.000 sowie über 3.000 Quadratmetern erweitert werden. Darüber hinaus seien 7.500 bzw. 4.000 Palettenstellplätze und drei neue Abfüllsilos zu je 120 Kubikmetern anvisiert. 

„Wir investieren hier in die Zukunft und schaffen die Voraussetzungen, das solide Wachstum unseres Unternehmens der vergangenen Jahre fortzusetzen“, ergänzt Greiwing. Die Bauarbeiten sollen in den kommenden zwölf Monaten realisiert werden, sodass die Inbetriebnahme der erweiterten Flächen für Oktober 2022 angesetzt ist.

/ Geschrieben von Tina Plewinski

Kommentare

#1 huch 2021-11-04 13:03
Wieso werden Flora und Fauna in RLP überhaupt freigegeben,wen n gerade dort doch so viele Liegenschaften brachliegen?



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