Das vierte Quartal ist für die Paketdienste stets mit erhöhtem Aufwand verbunden, insbesondere aus dem Online-Handel sind steigende Sendungsmengen zu erwarten.

Weihnachtspakete auf Förderband
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Die Paketdienste rechnen auch in diesem Jahr mit mehr zu befördernden Paketen in der Weihnachtssaison: Hermes erwartet bis zu 137 Millionen Sendungen, GLS geht von einer deutlichen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr aus. DHL und FedEx gehen davon aus, dass das Sendungsaufkommen mindestens ähnlich hoch sein wird wie im Vorjahr, in dem bereits Rekordvolumina erreicht wurden. Entsprechend werden allerorts die Kapazitäten im Netzwerk oder in den Sortieranlagen erweitert und etwa Personal aufgestockt – was in der Regel auch mit zusätzlichen Kosten einhergeht. 

Im Zuge dessen erheben viele der KEP-Dienstleister Zuschläge. Wir geben einen Überblick, wie sich die Dienstleister für die diesjährige Saison rüsten und was Händler in Bezug auf die saisonalen Mehrkosten erwartet.

GLS: Spitzentage mit 20 Prozent mehr Paketen erwartet

GLS transportiert schon jetzt etwa 10 Prozent mehr Pakete als im Vorjahr. „Wir gehen davon aus, dass wir in der diesjährigen Weihnachtssaison noch deutlich über diesem Wert liegen. Durchschnittlich haben wir im Vergleich zum Vorjahr ein zweistelliges Wachstum. Das kann bedeuten, dass an einzelnen Tagen bis zu 20 Prozent mehr Pakete durch unser System laufen“, erklärt der Logistiker auf Nachfrage. 

Entsprechend will GLS dieser Saison bis zu 3.500 zusätzliche Beschäftigte und bis zu 1.000 zusätzliche Fahrzeuge – sowohl in der Zustellung als auch im Fernverkehr – einsetzen. Ebenso sollen verschiedene Kapazitätserweiterungen an den Standorten pünktlich zur Hochsaison fertig sein. 

Abhängig von der Sendungsstruktur werden in der Peak-Saison Zuschläge erhoben, „wenn ein Versender verhältnismäßig viel Transportkapazitäten benötigt“, heißt es. Diese Saisonzuschläge will GLS individuell kalkulieren und dem Versendenden entsprechend früh kommunizieren. Für Privatkunden wird es beim Versand über die GLS PaketShops wie auch bisher keinen Aufschlag geben.

DHL verzichtet auf Zuschläge

Auch die Deutsche Post DHL rechnet mit höheren Mengen im Paketgeschäft. Man werde das hohe Niveau des Vorjahres halten bzw. sogar leicht übertreffen. Wie bereits in den letzten Jahren wird die Deutsche Post DHL Group auch in diesem Jahr auf einen generellen und pauschalen sogenannten „Peak-Zuschlag“ für Sendungen im Weihnachtsgeschäft verzichten, wie eine Sprecherin mitteilt. „Stattdessen berücksichtigen wir die Verteilung der Sendungsmenge über das Kalenderjahr bei der Bestimmung der ganzjährig geltenden Paketpreise“.  

Hermes berechnet 25 Cent mehr pro Paket

KEP-Dienstleister Hermes rechnet an Spitzentagen mit etwa 3 Millionen Sendungen im System, insgesamt könnten in dieser Saison etwa 137 Millionen Päckchen und Pakete befördert werden. Wie bereits in den letzten Jahren wird Hermes Zusatzkosten durch einen Peak-Zuschlag, der bis zum 31.12. gelten wird, ausgleichen. Dieser beträgt im Standard 0,25 Euro je Sendung.

FedEx erhebt Zuschlag für Sendungen in die USA und nach Kanada

FedEx geht ähnlich wie die anderen Paketdienste von Versandmengen in Höhe des Vorjahres oder auch leicht darüber hinaus aus. „Wie schon im letzten Jahr, empfehlen wir allen Kunden dringend, früh einzukaufen und früh zu versenden“, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Bereits seit Januar analysiert der Logistikdienst Volumina und Bedarf, um bestmöglich auf die neue Saison vorbereitet zu sein. Erst kürzlich habe man die Kapazitäten aufgerüstet und eine neue direkte Interkontinentalflugverbindung zwischen Japan und Europa sowie weitere Kapazitäten im innereuropäischen Flugnetz geschaffen. Ebenso sollen die Investitionen in das automatische Paketsortiersystem am Luftdrehkreuz in Paris dazu beitragen, die erwarteten hohen Sendungsmengen abzuwickeln: In Paris habe FedEx seine Sortierkapazität um 46 Prozent erweitert und könne 68.000 Pakete und Dokumente pro Stunde abfertigen. 

Durch diese und weitere Erweiterungen und Investitionen in das Netzwerk sowie die Verteilung von Covid-19 Impfstoffen würden dem Logistiker zusätzliche Kosten entstehen, weshalb man einen Spitzenbelastungszuschlag erhebe. So werden seit dem 4. Oktober 2021 für Frachtsendungen aus Europa in die USA und nach Kanada pro Kilogramm ein Zuschlag von 2,00 Euro zusätzlich statt bisher 0,70 Euro fällig. Weitere Informationen dazu stellt FedEx in einer Übersicht zur Verfügung.

UPS: Peak-Zuschlag für schwer handhabbare Sendungen

Auch bei UPS wird vom 31. Oktober 2021 bis zum 15. Januar 2022 ein Zuschlag für die Weihnachtssaison fällig. Aufpreise werden für sehr große Pakete bzw. für Sendungen erhoben, für die eine komplexere Handhabung notwendig. Für Pakete nach Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien sind 5,90 Euro mehr für die zusätzliche Handhabung fällig. Ausführliche Informationen über die UPS-Saison-Zuschläge haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengetragen. 

DPD: Individuelle Peak-Zuschläge

Auch bei DPD werden in diesem Jahr Peak-Zuschläge aufgrund des „erheblichen Mehraufwands in der Hochsaison“ fällig. Sie werden von Anfang November bis Weihnachten erhoben. Je nach Mengen- und Laufzeiterwartungen des einzelnen Kunden werden diese individuell vereinbart, erklärte ein Unternehmenssprecher.

/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#4 Schmidt 2021-10-29 12:12
Hallo, gilt das für Privat oder Geschäftspakete?

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Antwort der Redaktion:

Hallo! Die hier genannten Zuschläge in der Peak-Saison betreffen Geschäftskunden .
#3 Juergen 2021-10-28 13:13
Wer sich einmal zur Weihnachtszeit in den Sortieranlagen der großen Paketdienste umschaut wird verstehen, warum hier ein Zuschlag verlangt wird. Hier geht es nicht um Gewinnoptimieru ng. Es geht um zusätzliche Kosten, es müssen zusätzliche LKW - Touren geplant und eingesetzt werden, Container müssen für diesen Zeitraum beschafft oder geleast werden, die dann das ganze Jahr auf Halde stehen. Das ganze Jahr drücken die großen Versender den Preis und erwarten einen super Service. die Konsumenten bestellen nur dort online, wo sie die Pakete schnell bekommen. Und das alles auf dem Rücken und zu Lasten der Paketdienste? Wenn hier die Bezahlung besser werden soll, müssen auch die notwendigen Paketpreise bezahlt werden. Und die Verbraucher sollten aufhören, jedes 7. Paket zurückzuschicke n.
#2 TM 2021-10-27 08:39
Ich lese immer nur was von zusätzlichen Kosten durch die erhöhten Mengen. Dabei gibt es ja auch einen erhöhten Umsatz oder hat irgendeiner der Versendenden eine Paket-Flatrate? Wohl kaum. Bei einem gut arbeitenden Logistikunterne hmen müssten die Kosten je Sendung mit steigendem Aufkommen sogar sinken. Es wird also nur unter einem fadenscheinigen Vorwand Kasse gemacht.
#1 gunnar 2021-10-27 08:29
mit den zuschlägen, ist ja eigentlich eine milchmädchen rechnung.
zb versende ich 1.000.000 pakete a 5.- , mache dann mit zum teil nur 70% ausgelasteten fahrzeugen je sendung 1,50 gewinn.
nun müssen die gleichen fahrer mit 100% + einigen zusätzlichen kräften 2.000.000 sendungen ausliefern.
mache dann wieder 1,50 + ca 0,20 gewinn.= ca 13% steigerung, bei aber nur wohl ca 5-10% mehr personal und kosten.????
die fahrer bekommen ja immer nur das gleiche geld je sendung
dhl und post brauchen ja nichts mehr aufschlagen, die haben ja schon überall dauerhafte preisänderungen gemacht / angekündigt, da die milliardengewin ne denen noch nicht für ihre aktionäre reichen.



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