Der Verband BGL befürchtet weiteren Fahrermangel und will mit verschiedenen Ideen dagegen ankämpfen.

Schattenmann und Fahrertür
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Der Job als Fernkraftfahrer ist hart, schlecht bezahlt und wenig angesehen – doch wichtig für die Lieferketten auf der Straße. Seit Jahren wird es für die Unternehmen schwieriger, Fahrer zu finden. Jetzt warnt der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung(BGL) erneut vor einem dramatischen Fahrermangel, wie eurotransport.de berichtet.

Keine Fahrer: bis zu 30 Lkw stehen still

„Unsere Unternehmen müssen bereits Aufträge ablehnen, es stehen Lkw still, weil die Fahrer fehlen“, kritisiert BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt bei der Mitgliederversammlung. Bei manchen Fracht-Unternehmen seien bis zu 30 Fahrzeuge deswegen nicht im Einsatz. Auch in England besteht das Problem – nicht nur wegen der durch den Brexit komplizierteren Visavorschriften. Dort sind teilweise Regale in den Supermärkten leer. „Was in England passiert, ist nur ein Vorgeschmack darauf, was uns in Deutschland erwartet“, warnt Engelhardt.

Die Gründe für den Fahrermangel lägen unter anderem an dem schlechten Image des Berufs und an den hohen Kosten für den Lkw-Führerschein. Kein Unternehmen investiere 10.000 Euro, wenn der Azubi danach zum Wettbewerber wechsele.

So will der BGL den Fahrermangel abbauen

In seinem Positionspapier zur anstehenden Bundestagswahl geht der BGL auch auf das Problem des Fahrermangels ein. Um das Image zu fördern, den Berufszugang zu erleichtern und den Nachwuchsmangel zu bekämpfen, schlägt der Verband verschiedene Maßnahmen vor:

  • Anerkennung der Systemrelevanz von Berufskraftfahrern für die Versorgung von Gesellschaft und Wirtschaft

  • Anpassung der Fahrzeugmaße für komfortablere Fahrerhäuser

  • Weiterentwicklung bestehender Förderprogramme der Mautharmonisierung zu einem Förderprogramm „Nachwuchsmangel“

  • Umschüler fördern, Qualifikation im Ausland ermöglichen, verbesserte Anerkennung von Führerscheinen / Qualifikationen aus dem Ausland, E-Learning ermöglichen, Fachprüfungen in Fremdsprachen zulassen

  • „Sehtest beim Optiker“ --> keine höheren Anforderungen als in der EU

  • Keine / weniger Weiterbildungsmaßnahmen für erfahrene Fahrer (mind. 10-15 Jahre Berufserfahrung)

Bedenken gibt es aber etwa beim Einsatz von Fahrern aus Drittstaaten wie Weißrussland und der Ukraine. Einerseits fordert etwa der BGL-Aufsichtsratsvorsitzende Horst Kottmeyer, solche Fahrer auch in Deutschland einzusetzen, da der Wettbewerb sonst verzerrt würde. SPD-Verkehrsexpertin Kirsten Lühmann plädierte dabei dafür, die Fahrer aus solchen Nicht-EU-Staaten in Deutschland auszubilden.

/ Geschrieben von Markus Gärtner