Maersk-Chef Sören Skou will die Containerschifffahrt grüner machen und dem Verbrennungsantrieb in dem Bereich ein Ende setzen – unter einer Bedingung.

Maersk-Containerschiff
MartinLueke / Shutterstock.com

Nachhaltigkeit wird in vielen Bereichen des Online-Handels immer wichtiger und das Bewusstsein dafür zeigt sich auch in den Chefetagen der Logistik. Sören Skou, Chef der weltgrößten Containerreederei Möller-Maersk, spricht sich im Spiegel-Interview, über das die Wirtschaftswoche berichtet, für einen grünen Richtungswechsel aus.

Grüner Antrieb ja – wenn er billig genug ist

Maersk operiert mit rund 80.000 Mitarbeitern in 130 Ländern und zählt laut Statista mit einem Marktanteil von 17 Prozent als größtes Unternehmen in dem Bereich. Laut Maersk-Chef Skou solle man „neue Schiffe mit fossilen Antrieben komplett verbieten“ – allerdings erst „sobald CO2-neutrale Schifffahrt genauso teuer ist wie die mit herkömmlichen Treibstoffen“. Das wäre laut Skou ab dem Jahr 2035. „Grüner“ Treibstoff werde noch eine Zeit lang teurer sein als fossiler. Für die Nutzung von Schiffsdiesel sollen die Reedereien bis dahin zunächst mit einer globalen CO2-Steuer von bis zu 150 US-Dollar pro Tonne belegt werden. 

So will Maersk nachhaltiger werden: Seecontainerschiffe mit Methanol-Antrieb

Maersk trat zuletzt auch der Low Carbon Charter bei, einer Initiative des Hong Kong Business Environment Council, die sich für die Dekarbonisierung des Seeverkehrs einsetzt. Maersk selbst will bis 2050 kohlenstoffneutral werden und hatte dafür u.a. zuletzt acht große Seecontainerschiffe bestellt, die mit kohlenstoffneutralem Methanol betrieben werden können. Das erste Containerschiff dieser Art soll 2024 in See stechen. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Seeschifffahrt nur für rund drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, wie eine Untersuchung von Umweltschutzorganisationen zeigte.

Bis zum Jahr 2022 soll die Containertransportmenge weltweit auf fast 161 Millionen TEU(Twenty Foot Equivalent Unit) steigen. 1 TEU entspricht dabei der Warenmenge in einem sechs Meter langen Container, der rund 20 Tonnen Gewicht transportieren kann.

/ Geschrieben von Markus Gärtner




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