Otto will den Versand noch nachhaltiger gestalten und setzt dafür auf biologische Materialien und die Unterstützung eines StartUps. 

Grünes Recycling-Symbol
graja / Shutterstock.com

Otto verbündet sich mit dem Hamburger Jungunternehmen Traceless, gegründet 2020 von Dr. Anne Lamp und Johanna Baare. Die Firma stellt vollständig kompostier- und abbaubaren Biokunststoff aus Rohstoffen her, die in der Agrarindustrie als Nebenprodukt entstehen. In der Produktion komme man ohne gesundheits- oder umweltgefährdende Zusatzstoffe, Lösungsmittel oder Chemikalien aus. Durchs Kompostieren wird das Material zu einer neuen Nährstoffquelle. 

Aus eben diesem Kunststoff sollen nun Versandtüten für Otto entstehen. „Wir haben in den vergangenen Monaten ein Material entwickelt, das die positiven Eigenschaften von Plastik mit höchster Umweltverträglichkeit vereint. Das ist in dieser Form bislang einmalig. Jetzt setzen wir alles daran, zügig aus dem Labor auf die Straße zu kommen – und dabei spielt die Partnerschaft mit OTTO eine wichtige Rolle“, so Co-Gründerin Dr. Anne Lamp.

Kompostierbarer Kunststoff – ein „Gamechanger für die Verpackungsindustrie“ 

Ein erster Prototyp werde nun entwickelt und könnte bereits im ersten Halbjahr des kommenden Jahres in der Praxis getestet werden, wie Otto mitteilt. Diese würden testweise die typischen transparenten Polybeutel ersetzen, in denen häufig Kleidungsstücke einzeln verpackt sind, damit sie in der Logistik vor Beschädigungen oder Verschmutzung sicher sind. Ebenso sollen Versandtüten aus dem Bio-Kunststoffersatz entstehen. Für diese muss das Material letztlich sowohl blickdicht als auch sehr reißfest sein.

„Ein Kunststoff, der in wenigen Wochen vollständig biologisch abbaubar ist – das ist ein echter Gamechanger für die Verpackungsindustrie. Auch dem Onlinehandel könnte das traceless-Material helfen, das Müllaufkommen weiter zu reduzieren. Sinnvoll genutzt werden kann so ein Material allerdings nur, wenn es den hohen Anforderungen standhält. Dies wollen wir im Rahmen unserer Partnerschaft mit traceless herausfinden“, so Benjamin Köhler aus dem Otto-Nachhaltigkeitsteam. 

Das Unternehmen hat bereits weitere nachhaltige Verpackungskonzepte auf dem Zettel, so wurden u. a. wiederverwendbare Verpackungen getestet, in Kooperation mit dem Hamburger Unternehmen „Wildplastic“ werden zudem seit diesem Frühjahr Versandtüten aus Plastik gefertigt, das aus der Natur gesammelt und neu verarbeitet wurde. Auch ein Großtest mit 2,5 Millionen nachhaltigeren Polybeuteln des spanischen StartUps Cadel Deinking ist kürzlich gestartet.

/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#2 Dirk 2021-09-02 12:54
Nahezu ALLE kommunalen Entsorger verweigern die Annahme von Bio-Plastik und kompostierbaren Tüten, weil dieser in der Regel viel länger für die Zersetzung benötigen, als die in den meisten Kompostierwerke n üblichen 4 Wochen.

Wenn diese Bio-Verpackunge n dann trotzdem im Hausmüll landen, ist es selbst auf der Deponie aber immer noch besser, als "echtes" Plastik, das dann in Flüsse und Seen geweht wird...
#1 Avenger 2021-09-02 08:31
Unser lokaler Entsorger bitte verzweifelt, KEINEN "kompostierbare n" Kunststoff in der Biotonne zu entsorgen.



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