Weltweit ist die Deutsche Post DHL Group derzeit das größte Logistikunternehmen. Doch die Konkurrenz geht nun in die Offensive, um durch einen enormen Zukauf zu wachsen.

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Der Logistikkonzern DSV ist nach der Deutsche Post DHL Group und Kühne + Nagel der drittgrößte Logistiker weltweit und hat diese Position weiter gefestigt: Am 16. August gab der Konzern bekannt, dass die 4,8 Milliarden Dollar schwere Übernahme der Global Integrated Logistics-Geschäfts (GIL) von der kuwaitischen Agility Public Warehousing Co abgeschlossen ist. 

Infolgedessen hoben die Dänen die eigene Jahresprognose an, die Aktien erreichten mit einem Anstieg um 3,2 Prozent ein neues Rekordhoch. Die komplette Integration der GIL soll bis Mitte 2022 abgeschlossen sein, erklärte der DSV-Vorstandsvorsitzende Jens Bjørn Andersen gegenüber Reuters – und dann sei man für neue Akquisitionen bereit. In der engeren Auswahl stehe auch die Logistiktochter der Deutschen Bahn. Bei erfolgreicher Übernahme wäre DSV dann der größte Logistiker weltweit.

DSV will Konsolidierung der Branche vorantreiben

DSV wurde mit der Übernahme des Schweizer Logistikunternehmens Panalpina vor über zwei Jahren zum drittgrößten Logistiker weltweit und überholte damit DB Schenker. Schon länger liebäugeln die Dänen mit der Übernahme des Unternehmens – bereits Mitte Mai habe man laut Manager Magazin Sondierungsgespräche mit DB Schenker aufgenommen. Insider schätzten die Übernahmekosten dem Bericht zufolge auf bis zu 15 Milliarden Euro. 

Aktuell hätte DSV-Finanzvorstand Jens Lund sogar eine „offene Einladung“ an den Konzern ausgesprochen, meldet Eurotransport mit Verweis auf das Portal Shippingwatch: „Wir möchten die Konsolidierung der Branche fortsetzen. Wir halten die Augen offen, was auf dem Markt passiert und es gibt mehrere Akteure, mit denen ein Zusammenschluss für uns sinnvoll wäre“, sagte Lund und erklärte weiter, man sei an einem Dialog mit DB Schenker interessiert, falls das Unternehmen zum Verkauf stehe. Derartige Pläne gebe es beim dafür zuständigen Bundesverkehrsministerium allerdings nicht, so Eurotransport.

DB Schenker: Überlegungen rein hypothetisch

Wie bei Shippingwatch weiter zu lesen ist, mahnt DB Schenker zur Zurückhaltung bei den Kaufspekulationen: „Da unser Eigentümer aber derzeit keine Pläne hat, DB Schenker zu verkaufen, sind alle Überlegungen rein hypothetisch“ so ein Konzernsprecher. Gegenüber den eigenen Beschäftigten habe der Konzern zudem klargestellt, dass es sich um einen einseitigen Vorstoß seitens DSV handele.

 

/ Geschrieben von Hanna Behn




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