Durch die Corona-Krise stieg vor allem die Luft- und Seefracht, wie eine PWC-Analyse zeigt. Digitalisierung und Nachhaltigkeit werden künftig noch wichtiger.

Schiffe und Flugzeug
Aun Photographer / Shutterstock.com

Lieferungen via Frachtflieger und Container über den Seeweg haben durch die Bedingungen der Corona-Krise zugenommen. So gab es „rekordbrechende Charter-Raten“ in der Frachtschifffahrt und „fast ein Allzeit-Hoch“ im Bereich Luftfracht, wie aus der Analyse „Transport and Logistics Barometer“ zum ersten Halbjahr 2021 von PriceWaterhouseCoopers hervorgeht.

Doch auch die KEP-Branche konnte gute Umsätze verzeichnen. „Während der Coronakrise haben besonders die Kurier-, Express- und Paketdienste gewonnen, weil Verbraucher verstärkt auf Onlinekäufe setzten“, erklärt Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PWC Deutschland. Er verweist aber auch auf die anstehenden Aufgaben: „Die Unternehmen müssen sich nun intensiv mit Lösungen zur Dekarbonisierung auseinandersetzen.“

PWC-Prognose: Elektro-Lastwagen erst ab 2030

Denn der Trend zur Nachhaltigkeit wird auch die Logistik weiter beeinflussen, etwa im Bereich des Frachtverkehrs auf dem Land. So gebe es zu den bestehenden Diesel-Lkw kaum eine Alternative, wie es in der Analyse heißt. Vor allem für die Langstrecke und Schwerlasten seien keine E-Lkw in Aussicht. PWC rechnet damit, dass erst 2030 die ersten Elektro-Lastwagen wettbewerbsfähig konkurrieren können. 

Digitalisierung: Logistik-Unternehmen müssen investieren

Die Corona-Krise hat neben den Geschäftserfolgen für die Branchen aber auch bestehende Schwachstellen offengelegt, etwa die fehlende Transparenz und mangelnde Widerstandsfähigkeit der Lieferketten, wie sich etwa nicht zuletzt an der Blockade im Suez-Kanal zeigt. Unternehmen müssen daher mehr in neue Technologien und Digitalisierung investieren und etwa künstliche Intelligenz für die Streckenplanung nutzen: 20 Prozent der in der EU zurückgelegten Distanzen beim Frachtverkehr seien Leerfahrten. 

Auch Partnerschaften seien eine Möglichkeit, auf künftige Entwicklungen zu reagieren. PWC nennt hierbei unter anderem das Projekt „Kiezbote“, das aus einem Forschungsprojekt entstand und mittlerweile zu einem selbständigen Unternehmen geworden ist.

Für 2021 rechnet PWC mit einem Anstieg der Brutto-Wertschöpfung von 4,2 Prozent in Europa in den Bereichen Fracht-Transport und Logistik – wenn die Corona-Impfungen erfolgreich sind.

/ Geschrieben von Markus Gärtner




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