Obwohl immer mehr Mitarbeiter streiken, will die Deutsche Post offensichtlich weiter machen. Dabei scheint sie nicht so sehr auf ihr Image zu achten, das sie bei den Kunden hinterlässt. Offenbar soll das Unternehmen Saisonarbeiter aus der Slowakei beschäftigen, welche in beengten Containern wohnen und dafür Miete bezahlen müssen.

Deutsche Post mit Imageproblemen.

Bildquelle: © lassedesignen - fotolia.com

Die Deutsche Post kommt nach wie vor nicht zur Ruhe. Nach eigenen Angaben hat die Gewerkschaft Verdi die Streiks erneut ausgeweitet, eine Einigung scheint nicht in Sicht zu sein. Bundesweit ist die Anzahl der Streikenden damit auf 32.500 Mitarbeiter angestiegen. Gleichzeitig scheint die Deutsche Post weiter in neue Fettnäpfchen zu treten: Das Unternehmen soll slowakische Saisonarbeiter angeheuert, in Containern untergebracht und Werbesendungen entsorgt, statt zugestellt zu haben.

Aktionen führen zu Imageschaden und Missgunst der Mitarbeiter

Die Lage ist angespannt, deshalb gibt es sowohl auf Seiten der Streikenden als auch auf Seiten der Deutschen Post immer wieder Vorwürfe. Oft ist es schwer, die Aussagen der Berichte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen. Doch wie bereits berichtet droht der Deutschen Post durch die wochenlangen Streiks ein langfristiger Imageverlust bei ihren Kunden.

Doch man muss zugeben, dass die Deutsche Post den Eindruck erweckt, vieles zu unternehmen, um trotz der Streiks ihre Aufträge abzuarbeiten. Mitarbeiter von anderen Unternehmen sollen ausgeholfen haben, Post-Mitarbeiter sollen am Sonntag trotz Streik „freiwillig“ gearbeitet haben und jetzt wird berichtet, dass Saisonarbeiter aus der Slowakei angeheuert wurden und in Containern leben müssen. Zusätzlich sollen die Saisonarbeiter auch noch Miete für die Container bezahlt haben.

Es ist wohl schwer zu sagen, wie man sich als Unternehmen wie die Deutsche Post, die so sehr in der Öffentlichkeit steht und kritisch beäugt wird, zu verhalten hat. Doch wenn es bei den Streiks um die Gehälter der Mitarbeiter geht und diese damit unzufrieden sind, dann hat es schon etwas symbolisches, wenn man Saisonarbeiter aus einem Nachbarland holt, diese für noch weniger Lohn arbeiten lässt und in Containern unterbringt. Auf jeden Fall zeugt es nicht von Einsicht und Fähigkeit zur Selbstkritik.

Saisonarbeiter sollen 300 Euro Miete für Container bezahlen

Wie Sueddeutsche.de berichtet, sollen die Saisonarbeiter aus der Slowakei zu viert in engen Containern wohnen und jeweils 300 Euro Miete im Monat dafür bezahlen. Und das während die eigentlichen Mitarbeiter der Deutschen Post für einen aus ihrer Sicht gerechteren Lohn streiken.

Das sind die Fälle von Fettnäpfchen, welche man als Unternehmen in solch einer Situation vermeiden sollte, denn sie führen garantiert zu einem Imageschaden. Die Vorwürfe, dass Mitarbeiter der Deutschen Post während der Streiks liegengebliebene Werbesendungen entsorgt haben sollen, wirken im Vergleich dazu lapidar. Auch wenn die Deutsche Post selbst diese Vorwürfe abstreitet.

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta

Kommentare

#4 Diana Sternberg 2015-06-30 01:32
Ich habe letzte Woche mit einem Studenten telefoniert, den ich unter der neuen Hotline der Post für die Anfragen zum Streik dort erreichte.

Dieser sagte mir, er würde auch nicht für Geld diese Lüge verbreiten, dass mein Paket nur etwas verzögert ankommen würde. Er sagte weiter, hier im Raum Düsseldorf werde die Post gesammelt und GARNICHT ausgeliefert. Er sei für 4 Wochen für sehr gutes Geld fest für diese Telefonnummer angeheuert worden, um sich anschreien zu lassen!

Er betreibe selber ein Callcenter und einen Onlineshop und seine Kundendevise sei Ehrlichkeit. Da er nach den 4 Wochen nicht mehr für die Post arbeite, wäre es ihm egal, wenn man ihn zur Rede stellen würde, warum er gegenüber den Postkunden nicht beschwichtige und beschönige.

(Name liegt mir vor)
#3 A.G. 2015-06-29 13:48
Ich stimme dem oben angezeigten Kommentar voll und ganz zu. Aber keiner fragt wieso dürfen überhaubt Ausländer die Post (Postgeheimnis) bearbeiten. Da können wir ja auch gleich Lokführer aus Polen holen oder wenn die Flugkapitäne streiken kann man doch auch Ausländer das machen lassen.
Oder noch besser die Politiker und Manager könnten auch aus dem Ausland kommen die sind auch billiger als die, die sich hier die Taschen voll machen und dann noch behaupten die Kassen sind doch leer für arme Rentner, Kindergärtner u.s.w., nur für sie selber ist genug da. Der Bund ist noch beteiligt an der Post und schaut auch zu, hin und wieder ist mal ein Politiker empört.
Komisch das das das jeder so toll findet. Keiner merkt das hier jeder austauschbar ist, weil es immer jemand gibt der es billiger macht. Jeder der am Computer arbeitet, weiß garnicht das sich jemand aus jedem Teil der Welt einloggen (Indien,China u.s.w.) kann um die Aufgaben von diesen Mitarbeitern zu machen, schneller, besser und viel biliger. Amerika läßt grüßen.
#2 P.F. 2015-06-29 11:21
Eine Schweinerei ist das, was die Post hier macht! Haben wir sie nicht alle genutzt, obwohl sie teurer sind als andere? Jetzt legt man uns auf Eis und wir können sehen, wie wir den Schaden mit den Kunden auslöffeln.

Auch finde ich, dass der Poststreik längst beendet wäre, wenn es nicht so viele Streikbrecher gäbe. Dann müsste die Post handeln. So aber lässt sie sich immer mehr unmögliche Sachen einfallen.

Die Streikenden wissen auch nicht - je mehr sich die Post Leute aus dem Ausland holt, um so mehr werden danach ihren Job verlieren.

Sie sollten endlich Schluss machen. Die Geduld der Kunden ist längst überzogen. Die Verkäufer tragen dann das jetzt entstandene Risiko. Schon jetzt müssen wir den Kunden Geld zurück zahlen, weil die Ware nicht kommt.

In den Medien wird schon lange nicht mehr darüber berichtet, sodass die Kunden denken, dass der Streik vorbei ist. Es ist eine Katastrophe!
#1 Sigi B. 2015-06-29 09:16
Ich bin sauer!!! Nein, in dem Falle nicht auf die DHL/Deutsche Post, sondern auf Verdi!!!!
OK, das mit der Container-Miete - sofern das so überhaupt korrekt ist - finde ich eine miese Abzocke. Aber andererseits kann die DHL/Post nun auch nicht die nicht ausgelieferten Pakete, Päckchen, Briefe etc. auf lange Zeit hin sammeln. Die zahlenden Kunden - zu denen ich auch in größerem Umfange gehöre - erwarten, dass die Ware die per DHL versendet werden soll, dann auch beim Kunden ankommt.
Wie sollen die Händler ihren Kunden klar machen, dass diese "Nicht-Ausliefe rung" nur an der DHL/Post bzw. an Verdi liegt?
Dem Kunden ist das ziemlich egal. Er möchte die bezahlte Ware erhalten und fertig.
Warum wird denn hier nicht gleichzeitig erwähnt, dass andere Logistiker - auf die man sonst ausweichen könnte - schon keine Pakete von Händlern mehr annehmen?
Warum wird nicht erwähnt, dass die Fahrer von Hermes, GLS und DPD total ausgebeutet werden und noch weniger Geld bekommen? Nein, - da schweigt man und nur die "böse DHL/Post" ist an allem Schuld.
Langsam - so muß ich es mal vorsichtig ausdrücken - kotzt mich diese Streikpolitik nur noch an!!



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