Die DPD Schweiz steht aktuell wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Mit einem offenen Brief an den CEO soll der Paketdienst nun zum Umdenken bewegt werden.

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Illegale Lohnabzüge, unbezahlte Überstunden, keine Pausen und Androhungen von Repressionen – die Liste an Kritikpunkten, mit denen sich die DPD Schweiz aktuell konfrontiert sieht, ist lang. Laut der Gewerkschaft Unia sollen beim Paketdienst „unwürdige Zustände“ herrschen, bisher seien Gesprächsversuche für bessere Arbeitsbedingungen der Angestellten nach Angaben der Gewerkschaft gescheitert. Aus diesem Grund hat sich Unia nun gemeinsam mit rund 100 Unterzeichnenden, darunter Politiker, Wissenschaftler und Prominente, mit einem offenen Brief an Tilmann Schultze, CEO von DPD Schweiz gewandt. In diesem werden bessere Konditionen für die Paketfahrer gefordert.

„Kuriere werden ausgebeutet“

„Wir wollen nichts Besonderes – einfach einen normalen Job, mit dem wir unsere Rechnungen bezahlen können, nicht krank dabei werden und wo unsere Rechte respektiert werden“, wird ein DPD-Fahrer beim Portal 20 Minuten zitiert. Ein andere kritisiert vor allem die hohe Arbeitslast und vielen unbezahlten Überstunden. „Auf einmal heißt es, nimm die Hälfte mehr Pakete. Dann arbeitest du drei bis vier Stunden länger, alles gratis. Zudem sind wir sehr schlecht bezahlt und es werden uns noch illegale Lohnabzüge für verlorene Pakete gemacht“, so der Zusteller.

In dem offenen Brief, in welchem der DPD Schweiz vorgeworfen wird, ihre Kuriere „schamlos auszubeuten“, wird deswegen unter anderem gefordert, jede Arbeitsstunde zu erfassen und zu bezahlen, die Fahrer und Fahrerinnen vor Drohungen und Kündigungen zu schützen und dass sich der Paketdienst zu Verhandlungen mit der Gewerkschaft Unia an einen Tisch setzt.

DPD wirft Gewerkschaft aggressives Verhalten vor

Zu den Kritikpunkten hat sich inzwischen auch der Paketdienst geäußert und stellt infrage, wie repräsentativ die geschilderten Mitarbeiter-Erlebnisse tatsächlich seien. Außerdem wirft DPD der Gewerkschaft aggressives Verhalten vor. „Die Unia hat bei ihren Aktionen in den letzten Wochen wiederholt den Betrieb von DPD gestört, versucht Mitarbeiter von DPD oder auch von ihren Vertragspartnern gegen deren Willen von der Arbeit abzuhalten und gefährliche Situationen geschaffen“, heißt es von Unternehmenssprecher Marco Kaiser.

Generell sei man aber bereit, mit der Gewerkschaft einen entsprechenden Dialog zu führen, Gesprächsversuche seien nach eigenen Angaben keinesfalls abgeblockt wurden, betont DPD Schweiz.

/ Geschrieben von Corinna Flemming





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