Der Anbieter von Kochboxen HelloFresh will sich künftig die vollständige Kontrolle über die letzte Meile sichern – mit einem eigenen Liefernetzwerk. 

HelloFresh Kochbox
Daria Nipot / Shutterstock.com


HelloFresh will die Zustellung der Kochboxen, die online bestellt werden können, künftig selbst in die Hand nehmen und hat dafür nun mit dem Aufbau einer eigenen Lösung für die letzte Meile begonnen. Zuletzt hatte HelloFresh die Zustellung mit der Hermes-Tochter Liefery abgewickelt, der Dienst wurde jedoch Ende vergangenen Jahres eingestellt

Nun setzt der Kochbox-Versender verstärkt auf Unabhängigkeit und investiert in sein eigenes Liefernetzwerk. Neben der schwindenden Abhängigkeit von Fremddienstleistern könne HelloFresh so verstärkt den Kunden in den Mittelpunkt rücken und etwa zuverlässigere Zustellungen zu einem angegebenen Zeitpunkt garantieren oder auch auf Schwankungen in der Nachfrage besser reagieren, die Fehlerquote werde verringert und erneute Zustellversuche würden leichter. Auch die Ausweitung des Lieferangebots auf zusätzliche Zeitfenster oder Tage sei denkbar, teilte das Unternehmen mit. 

Zustellung in kompletter Eigenregie bereits ab Herbst denkbar

Seit Mitte Februar organisiert HelloFresh die Logistik selbst: So werden die Boxen von einem Dienstleister aus der Produktionsstätte in Verden abgeholt, dann zunächst in mit Lieferpartnern neu eingerichtete Depots gebracht und von dort aus mit Subunternehmen ans Ziel gebracht. Bei Kunden in Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, München und Wien geschieht die Zustellung auf dieser letzten Meile bereits über einen hauseigenen Lieferdienst. „In nur zehn Wochen haben wir es geschafft, ein eigenes Netzwerk aufzubauen, von der Suche, Anmietung und Organisation der Depots, bis hin zur Entwicklung einer eigenen App für die Fahrer:innen. Ich bin sehr stolz auf das Team und freue mich, dieses Projekt nun auch in weiteren Regionen auf- und auszubauen“, erklärte Nils Herrmann, Geschäftsführer DACH. Gegenüber dem Handelsblatt konkretisierte HelloFresh-Co-Chef Thomas Griesel zudem den Zeitrahmen für Lieferungen in Eigenregie auf der letzten Meile: „Unser Ziel ist es, bis zum dritten Quartal ein Drittel unserer Kunden in Deutschland selbst zu beliefern.“  

In Zukunft wolle das Unternehmen sogar noch einen Schritt weitergehen und erwägt, sich hierzulande eine eigene Kühlfahrzeugflotte zuzulegen. Die neuen Lieferwagen sollen elektrisch betrieben werden, wodurch man auch CO2-Emissionen senken wolle. In den Niederlanden betreibt HelloFresh bereits seine eigene, teilweise emissionsfreie Lieferflotte.

/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#1 Petra 2021-03-25 10:28
die Leiferung klappt ja bei uns sehr gut.
Nur sollte HelloFresh auf die Qualität der Produkte achten. Es kam bisher noch keine Sendung, die perfekt in Ordnung war. Entweder fehlte das Fleisch, es war schlecht, oder das gemüse war verdorben. Etwas war immer.
Da sollten man besser aufpassen.



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