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Statt per Luftfracht sollen die teuren Premium-Pakete der DHL ebenfalls auf dem langsamen Seeweg in die USA transportiert worden sein. Das geht aus einem Schreiben der DHL hervor.

DHL Flugzeug
Carlos Yudica/Shutterstock.com

In den letzten Monaten berichteten zahlreiche Leser des Logistik Watchblogs über extrem lange Lieferzeiten von Paketen, die mit DHL in Richtung USA geschickt wurden. Wegen den geringen Transportkapazitäten per Flugzeug aufgrund der Coronakrise hatte die Deutsche Post DHL Group im Herbst vergangenen Jahres bekannt gegeben, dass der Versand von Paketen und Päckchen bis auf Weiteres über den Seeweg erfolgt und Kunden mit einer deutlich längeren Lieferzeiten rechnen müssen.

Ausnahme ist der teurere Service Premium, hier werden die Sendungen per Luftfracht in die Staaten transportiert. Allerdings scheint dies nicht immer so zu geschehen.

DHL offenbart Kapazitätsengpässe

Laut einem Bericht der Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN) über eine Familie, die regelmäßig Pakete in die USA verschickt und selbst mit dem Premium Service wochenlange Lieferzeiten hinnehmen musste, hält sich die DHL nicht immer an die Aussage, Pakete mit Premium-Service auch per Luftfracht zu verschicken. Wie Paketda mit Verweis auf den Zeitungsbericht schreibt, ist ein Premium-Paket vom 9. November noch immer nicht beim Empfänger in den USA angekommen.

Auf Nachfragen der DNN teilte die DHL speziell zu diesen Fall mit: „Auf Grund der aktuellen Situation und dadurch resultierenden Kapazitätsengpässen wurde Ihre Sendung nicht per Flug, wie vorgesehen, sondern per Schiff am 21.11.2020 abgeleitet.“ Äußerst ärgerlich, wenn DHL-Kunden den preisintensiveren Premium-Service in Anspruch nehmen, die Pakete dann aber dennoch über den deutlich längeren Seeweg verschickt werden.

DHL-Pressesprecher Mattias Persson nannte laut dem Portal ganz andere Gründe für eine Verspätung: unleserliche Lieferanschrift, schlechte Verpackung oder überlasteter Zoll heißt es vom Logistiker. Außerdem betonte der Konzern, es sei gelungen „trotz einer nie da gewesenen Auslastung der Ressourcen ein unverändert hohes Servicelevel zu erreichen“.

Update: Deutsche Post widerspricht dem Vorwurf

Die Deutsche Post DHL Group hat sich inzwischen geäußert und widerspricht den Darstellungen. In einem Statement an den Logistik Watchblog heißt es: „Alle Pakete mit diesem Service werden geflogen. Dass es zu langen Lieferzeiten kommt bzw. diese auch bei 'Premium-Paketen' nicht auszuschließen sind, ist vielmehr der speziellen Situation des USPS geschuldet.“

Und weiter: „Auch im konkreten Fall der Familie, über den die DNN berichtete, ist es nicht zutreffend, dass mit dem Premium Service gebuchte Pakete per Schiff befördert wurden.“

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#1 gunnar 2021-02-19 09:09
wieviele durschnitts pakete passen in einen 12m container ?
ca 800-1200 ?
mal mehr kassierte gebühren für express sendung 20-30.- ?
= sehr viel mehr gewinn bei nur einem container.
wenn das nicht verlockend ist :-))
wobei dhl luftfracht leipzig, schon jetzt zuwenig maschinen und personal hat.
kleine flugunternehmen , ordentlichen frachtpreis zahlen, dann bauen die bestimmt auch die sitzte aus, bis der urlaubsverkehr wieder beginnt.
dann ist ja alles langsam wieder normal.
wieviel flieger wurden in der minute be und entladen, bei der berliner luftbrücke.?



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