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Mit Drohnen scheint Amazon im Bereich Logistik gerade nicht recht voranzukommen. Eine neue Variante der Auslieferung muss also her. Und tatsächlich: Wie es scheint, hat Amazon bereits eine Alternative parat. Das Unternehmen soll an einer neuen App arbeiten, die es Privatpersonen ermöglicht, als gelegentliche Paketboten zu arbeiten. Doch auch hier gibt es eine Menge Haken.

Großaufnahme Amazon-Paket

(Bildquelle Amazon Packaging : Nic Taylor via Flickr, Ohne Änderungen, bestimmte Rechte vorbehalten)

Amazon: Private Paketboten könnten Logistik-Kosten senken

Amazon hat sich anscheinend eine neue Alternative ausgedacht, um dem Dilemma mit den Drohnen entgegenzusteuern. Das Unternehmen macht einfach Privatpersonen zu seinen ganz persönlichen Drohnen: Branchen-Gerüchten zufolge soll Amazon nämlich an einer App arbeiten, die zum Ziel hat, Privatleute zu gelegentlichen Paketboten umzufunktionieren. Diese App könnte ähnlich arbeiten wie beim Same-Day-Delivery-Unternehmen Tiramizoo und die potenziellen Boten auf eine anstehende Lieferung hinweisen.

Das Paket könnte dann von Amazon in stationären Geschäften hinterlegt, vom privaten Paketboten abgeholt und zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit oder im Zuge von Erledigungen an den betroffenen Empfänger zugestellt werden. Auf diese Weise können sich Verbraucher ein Taschengeld nebenher verdienen.

Doch auch Amazon dürfte von der Neuerung ordentlich profitieren: Die Kosten innerhalb der Logistik sind nämlich im vergangenen Jahr förmlich explodiert – genauer gesagt um ein Drittel nach oben geschnellt. Mithilfe dieser neuen „Versandart“ könnte das Unternehmen zwar nicht gänzlich auf die traditionellen, gewerblichen Dienstleister verzichten, aber zumindest die entsprechenden Ausgaben reduzieren.

Lieferung durch Privatpersonen wirft viele Fragen auf

Bevor es jedoch so weit ist und Privatpersonen tatsächlich zu Paketboten werden, müssen noch einige wichtige Fragen beantwortet werden. Was passiert zum Beispiel, wenn die Pakete verloren gehen oder beschädigt werden. Welche Garantien gibt es, dass die Privatboten nicht mit den Sendungen durchbrennen? Wie will Amazon die „Qualität der Auslieferer“ sicherstellen? Außerdem könnte es immer wieder vorkommen, dass den potenziellen Paketboten private Angelegenheiten, berufliche Meetings oder auch Staus dazwischen kommen. Viele Gefahren also, die eine solche Strategie begleiten.

Wie dem auch sei, die neue Amazon-App trägt wohl den Arbeitstitel „On my way“ („Auf meinem Weg“). Mehr Informationen, zum Beispiel bezüglich der Marktreife, des Starts oder sonstiger Konzeptdetails, liegen derzeit noch nicht vor.

/ Geschrieben von Tina Plewinski


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