Der US-Logistiker UPS hat seine aktuellen Geschäftszahlen vorgelegt. Die zahlreichen Online-Bestellungen rund um Weihnachten kamen dem Unternehmen zugute.

UPS Fahrzeug
Jeff Bukowski / Shutterstock.com

Der United Parcel Service (UPS) erreichte im vierten Quartal 2020 einen bereinigten Umsatz von 24,9 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zu 2019. Grund für das Wachstum ist das starke Weihnachtsgeschäft.

Der bereinigte Nettogewinn stieg um mehr als ein Viertel auf 2,3 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 2,66 US-Dollar pro Aktie. „Unsere finanzielle Leistung im vierten Quartal hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagte UPS-CEO Carol Tomé zur Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse am Dienstag. Sondereffekte wie Rückstellungen für Pensionszahlungen der Angestellten sowie die Wertminderung des Unternehmens im Zuge der Entscheidung, das Frachtgeschäft zu verkaufen, hatten den Konzern zuletzt dennoch stark belastet. Gerechnet auf das Gesamtjahr seien die Erlöse deshalb um mehr als zwei Drittel auf 1,4 Milliarden Dollar zurückgegangen, so die Deutsche Presseagentur/Verkehrsrundschau zur Bilanz. 

Amazon – Konkurrent und Kunde

Amazon gilt als der wichtigste Kunde des Unternehmens – Lieferungen für den Konzern machten im vierten Quartal über 13 Prozent des Gesamtumsatzes von UPS aus. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Anteil bei 11,6 Prozent. Damit steige die Abhängigkeit von UPS von Amazon, die u. a. wegen der zwischenzeitlichen Trennung des Online-Riesen von FedEx mehr Kunden gewonnen hatten.

CEO Tomé bezeichnete die Beziehung von Amazon und UPS als „einzigartig“, denn Amazon wäre sowohl Kunde als auch Konkurrent, zitiert sie der US-Börsennachrichtendienst Bloomberg. „Es geht darum, eine Nische zu finden, in der man eine für beide Seiten vorteilhafte Beziehung hat, und ich denke, das ist es, was wir mit Amazon haben“, führt die Konzernchefin aus. Künftig wolle UPS laut Reuters u. a. mit einer personalisierten Preisgestaltung und modernisierten Rechnungsstellungs- und Reklamationsystemen für mehr Kundenbindung sorgen – um Aufträge nicht an Amazon oder regionale Zusteller zu verlieren. 

UPS verzichtet auf Prognosen

Voraussagen, wie sich der Anteil Amazons am Gesamtumsatz künftig entwickle, wollte UPS nicht machen, auch eine Umsatz- oder Gewinnprognose gab Carol Tomé nicht ab. Im Reuters-Interview erklärte sie dies mit der Ungewissheit über den Impfprozess und die aktuelle gesundheitliche Lage angesichts der Corona-Krise: „Bis wir diese Pandemie unter Kontrolle haben, ist es ein bisschen so, als würden wir auf Wackelpudding laufen“.

/ Geschrieben von Hanna Behn




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