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Die Deutsche Post zweifelt daran, ob eine Briefzustellung an Montagen noch sinnvoll ist. Künftig könnte die Auslieferung nur noch an fünf Tagen stattfinden.

Deutsche Post Fahrrad
bildobjektiv/Shutterstock.com

Die Briefzustellung erfolgt bei der Deutschen Post aktuell an sechs Tagen in der Woche. Das könnte sich allerdings schon bald ändern, denn der Konzern erwägt, die Tage der Zustellung  zu reduzieren und künftig montags keine Briefe mehr an die deutschen Haushalte zu verteilen. „Für uns stellt sich schon die Frage, ob wir in Deutschland am Montag eine flächendeckende Briefzustellung brauchen“, betont Tobias Meyer, Vorstandsmitglied und verantwortlich für das Brief- und Paketgeschäft beim Unternehmen, in einem Interview mit der Welt. Laut Meyer ist die Zustellung von privater Post an Montagen „fraglich“, Firmenzustellungen sind in seinen Augen allerdings sinnvoll.

Die Zustelltage werden in der sogenannten Post-Universaldienstverordnung geregelt, die aktuell überarbeitet wird. „Wichtig ist, mit der Novelle für die nächsten 20 Jahre eine zukunftsfähige Postversorgung zu gewährleisten“, so der Postvorstand über mögliche Anpassungen. Eine Novelle des Postrechts wird von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schon länger geplant. Damit sollen unter anderem auch die Verbraucherrechte gestärkt werden.

Weniger Zustelltage = geringere Portokosten?

Ob sich die möglichen Einschränkungen bei den Zustelltagen auf die aktuellen Portokosten niederschlagen und diese, etwa von 80 Cent für einen Standardbrief, möglicherweise gesenkt werden, wurde von der Post verneint. „Der Universaldienst würde dadurch tatsächlich etwas von Kosten entlastet werden. Aber dieser Einfluss ist allein nicht groß genug, um andere Effekte zu kompensieren und damit den Preis zu drücken“, so Meyer.

Die Überlegungen zu weniger Zustelltagen fällt aktuell genau in die heiße Phase der Tarifverhandlungen mit verschiedenen Gewerkschaften, die in der letzten Woche bereits mit bundesweiten Streiks begleitet wurde. Laut Meyer wäre die von Verdi geforderte Lohnerhöhung von 5,5 Prozent für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten verantwortungslos. „Es ist nicht so, dass wir unseren Beschäftigten höhere Löhne nicht gönnen“, führt er fort und verweist auf den von der Deutschen Post gezahlten Corona-Bonus. Allerdings muss das Ergebnis langfristig vertretbar sein. „Die längerfristige Sicherheit und der Erhalt der Arbeitsplätze hat für mich daher Priorität“, so das Vorstandsmitglied weiter.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#10 Petra 2020-09-15 17:20
Reine Postfilialen werden geschlossen, Protoerhöhungen kommen ständig und in allen Bereichen. Irgendwann ist auch mal genug!
Warum fragt man nicht die Bürger was Ihnen recht ist - Samstag oder Montag.
Samstag komm sowieso kaum etwas und Montag auch nicht, man wundert sich nur, warum die Post so lange unterwegs ist.
Nach meinem Gefühl wird schon nur 4 Tage ausgetragen. Dafür quellen dann an den anderen Tagen die Briefekästen über. Oder muss man annnehmen, das das nur die ländlichen Gegenden betrifft?
#9 Michael 2020-09-15 11:47
Dass die Post an Sonnabenden nicht verteilt wird, ist bei uns schon lange so. Jetzt wird auch am Montag nur noch unregelmäßig Post gebracht. Bald wird das ganz eingestellt mit Hinweis auf die E-Post und die alten Leute müssen ihre Briefe gefälligst selbst abholen. Nicht im Ort, da gibt es keine Postämter mehr, sondern in entfernte Verteilcenter.
Im Gegenzug gibt es eine Portoerhöhung zu Gunsten der Vorstände in der Lederwarenabtei lung.
#8 lux 2020-09-15 10:38
Sind die aktuellen Löhne bei Post und DHL nicht schon sehr hoch? Ich habe da etwas von ca. 17€ gelesen. Die Lohnrealität bei uns in der Gegend sind für manuelle Tätigkeiten vielleicht 9-11€ ...

Wir versenden ca. 30.000 Sendungen per Brief im Jahr. Die Montags-nicht-Z ustellung scheint schon heute immer mal wieder Realität zu sein. Zum einen habe ich beobachtet, dass der Retourenberg, der normalerweise werktäglich wächst, Montags oft keinen Zuwachs bekommt.

Aber auch bei Kundenanfragen habe ich den Eindruck gewonnen, dass man Kunden die am Wochenende Ihre Sendung vermissen (zugestellt am Sa. laut Warenpost Tracking, aber nicht wirklich da), nicht auf's abwarten des Montags, sondern allenfalls auf den Dienstag (besser noch auf 5 Tage) vertrösten sollte, weil die Chancen für eine Montagszustellu ng nicht sonderlich gut sind.
#7 Ratze 2020-09-15 09:55
[Anmerkung der Redaktion: Bitte beachte unsere Netiquette:
https://www.logistik-watchblog.de/netiquette]
#6 Roger 2020-09-15 09:33
Ich bin bestimmt kein Verteidiger von Großkonzernen oder Staatsbetrieben , aber in einer Zeit wie dieser mit einer Lohnforderung von +5,5% zu kommen, zeigt wieder einmal, dass die Forderungen von Verdi jeglicher logischen Grundlage entbehren. Eine globale Lohnerhöhung des gesamten Personals hat ja nichts mit der Anerkennung von spezifisch guten Leistungen zu tun, sonder soll doch lediglich den Verlust der Kaufkraft durch die Inflation ausgleichen, oder habe ich da irgendetwas verpasst.
#5 James 2020-09-15 09:20
Bei gleichbleibende n Kosten für den Kunden einfach mal die Leistung zu senken ist eine Frechheit. Und wenn nach eigener Aussage dieser eine Tag nicht so viel Auswirkung auf den Preis hat (weil die einegsparten Lohnkosten nicht so hoch sind), dass es eine Senkung des Portos rechtfertigt, dann kann die Post diese geringen Kosten odch weiter tragen und ihre Pflicht tun.

Und selbst wenn dann irgendwie ein Tag wegfallen sollte, warum dann ausgerechnet der Montag? warum nicht Samstag und den Zustellern bissl mehr Wochenende gönnen?
#4 Christian 2020-09-15 09:19
Das Sparpotential für den Wegfall der Montagszustellu ng wäre enorm, da man dort an Personal spart. Wie es sich jedoch mit der Firmen - und Paketzustellung verhält ist fraglich. Um das Verständnis für diesen Schritt aufzubringen, wäre aber eine Preisanpassung nötig, außer man möchte die Ausschüttung der Aktionäre erhöhen. Der ausgeschüttete Corina Bonus ist eine Farce, denn er wurde Anteilig ausgezahlt. Sinnvoller wäre die Streichung der Briefzustellung am Samstag und eine Paketzustellung am Sonntag einzuführen.
#3 Heinz Büchner 2020-09-15 09:14
Bitte denken Sie an Ihre Ihnen treue Kunden. Fragen Sie uns bitte in Ihren Filialen und in Ihrer Bank.
Wenn Sie wüßten, wie schwer Vertrauen aufzubauen ist.
Und ihre Leistung ist wichtig in unserem Staat. Wenn Sie die Zeiten verringern, um den Profit zu sichern, dann sind Sie auf dem falschen Weg. Ob Montag oder Sonnabend - das spielt hier keine Rolle.
Fragen Sie bitte alle Kunden in den Filialen - hier im Internet wird kaum einer seine Meinung sagen.
Ich bin auch nur zufällig auf Ihre Seite gekommen.
Sparen Sie bitte an sinnloser Werbung, sparen Sie eventuell nicht notwendige Strukturen ein. Aber der Kunde und Bürger muß das Vertauen in die Post behalten können. Einen Tag einsparen bedeutet noch
längere Warteschlangen in den Filialen. Und Filialen in den Einkaufszentren werden immer gut gesehen. Man sieht, wann die Renten gezahlt werden. Und bitte halten Sie die Post am laufen. Briefe zu kontrollieren ist fast aus der Mode gekommen. Fast alle elektronischen Briefe kann man heute auf Schlagworte oder Inhalte schnell prüfen. Automatisch.. Als Geschäftsmann brauche ich die Briefpost sehr.

Ihr Heinz Büchner
Dr.Dipl.-Ing. für Elktronik

[Anmerkung der Redaktion: Telefonnummer entfernt]
#2 Welker Markus 2020-09-15 09:00
Woher will denn der Postbote der in den Briefkasten wirft wissen was gewerbliche Post ist und was nicht. Wir sind Deutsche Post Kunde und bei uns wird täglich abgeholt, dafür bezahle ich viel Geld an die DPDHL zusätzlich zum Porto. Meine Etiketten sehen nicht anders aus als die Privat frankierten außer das ein W vor dem QR Code steht. Das wird so leider nicht funktionieren und der Verbraucher oder Empfänger wird wohl auch nicht glücklich darüber sein wenn er seine Briefe erst am Dienstag bekommt die eigentlich am Montag hätten da sein müssen. Sorry, aber das wird nicht funktionieren, über 90% der Briefsendungen sind Geschäftliche Post bei denen teilweise auch Antwortfristen Notwendig sind, Privat wird kaum noch ein Brief versendet. Mfg
#1 Michael 2020-09-15 08:30
Also wenn es keine Portosenkung gibt, bleibt es auch bei einer Montagszustellung.

Wie genial ist das denn? "Chef, ich habe entschieden, dass ich Montags nicht mehr zur Arbeit kommen. Aber eine Gehaltssenkung verneine ich."

Die Deutsche Post bräuchte dringend mal nen Konkurrenten, der deutschlandweit auch für Privatkunden gut anbietet, dann kämen denen nicht solche bescheuerten Ideen.

Was als nächstes? Noch ne Portoerhöhung, weil sie Montags Leute beschäftigen müssen, die aber an dem Tag nicht arbeiten?



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