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Bereits in den kommenden Tagen könnte es bei der Deutschen Post DHL Group zu Warnstreiks kommen. Diese würden mitten in die Vorbereitung für das Weihnachtsgeschäft fallen.

Streik Schild
Sandra Matic/Shutterstock.com

Die heiße Phase der Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Post DHL Group und den Gewerkschaften fällt normalerweise in das Frühjahr. Doch in diesem Jahr ist dank Corona alles anders. Aufgrund der Pandemie und den damit einhergehenden Herausforderungen im Zustellgeschäft hatten sich der Postvorstand und die Gewerkschaften darauf geeinigt, die gültigen Verträge bis Ende August laufen zu lassen.

Nun ist diese sogenannte Friedenspflicht allerdings vorbei und die Gewerkschaften wollen ihre Forderungen für einen besseren Tarif der Post-Angestellten durchdrücken, notfalls auch mit Streiks. Nach Information der Welt könnten diese bereits in den kommenden Tagen starten.

Keine Annäherungen beider Parteien

Ende vergangener Woche haben sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Arbeitgeber Post AG getroffen, um über die Verträge der rund 140.000 Tarifbeschäftigten zu verhandeln, allerdings ohne großen Erfolg. „Die Positionen liegen weit auseinander“, wird die Gewerkschaft bei der Welt zitiert. Verdi verlangt 5,5 Prozent mehr Gehalt für die Mitarbeiter, die kleinere Spartengewerkschaft DPVKOM sogar sechs Prozent. Noch in dieser Woche sollen die Verhandlungen weitergeführt werden, allerdings sollen diese mit ersten Arbeitsniederlegungen einhergehen. „Es wird punktuelle Streikmaßnahmen geben“, betont Christina Dahlhaus, die Vorsitzender der DPVKOM. Verdi wollte sich nicht zu „konkreten Maßnahmen oder unserer Streiktaktik“ äußern.

Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft?

Inwieweit sich der Arbeitskampf auf die Vorbereitungen für das diesjährige Weihnachtsgeschäft auswirken wird, ist aktuell noch nicht abzusehen. Klar ist aber, dass die bisherigen Maßnahmen der vergangenen Jahre wohl nicht ausreichen werden, „um die betriebliche Stabilität in dieser Zeit zu gewährleisten“, zitiert die Welt ein Schreiben der Deutschen Post DHL Group an die Mitarbeiter. „Schon jetzt ist abzusehen, dass der Starkverkehr 2020 besondere Herausforderungen für uns bereithalten wird“, heißt es dort außerdem. Alleine im Dezember rechnet der Logistiker mit einer Mengensteigerung der Pakete von 15 Prozent, es könnte erneut ein neuer Rekordwert erreicht werden.

Nun kommen auch noch die Folgen der Corona-Pandemie hinzu. Ziehen sich die Tarifverhandlungen in die Länge, könnte das für Händler so wichtige Vorweihnachtsgeschäft rund um den Black Friday erheblich beeinträchtigt werden.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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