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Der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) hat seine Ergebnisse zur Laufzeitmessung von Geschäftsbriefen veröffentlicht. In der Untersuchung wurden auffallend lange Laufzeiten aufgedeckt.

Deutsche Post Briefkasten
Lutsenko_Oleksandr/Shutterstock.com

Über den Zeitraum von einem Jahr, von April 2019 bis März 2020, hat der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen erstmals eine End-to-End-Laufzeitmessung von Geschäftsbriefen in Deutschland vorgenommen. Dafür wurden rund 75.000 Testbriefe verschickt, die teilweise mit Transpondern und Trackern versehen waren. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der Analyse zeigen erhebliche Schwankungen bei den Laufzeiten der Briefe, die laut dem DVPT so nicht erwartet wurden.

Ergebnisse im Überblick

Die Messung hat eine durchschnittliche Laufzeit von Geschäftsbriefen von 1,26 Tagen bei Direkteinlieferung gezeigt, über Konsolidierer lag der Wert bei 1,39 Tagen. Je nach Einlieferstandort schwanken die Zeiten bei Konsolidierung zwischen 1,21 und 1,80 und bei der Direkteinlieferung zwischen 1,16 und 1,33 Tagen. Besonders deutliche Unterschiede konnten bei den Start-Ziel-Relationen festgestellt werden. Hier gab es eine Schwankung zwischen 1,09 und 2,27 Tagen. In der Studie heißt es dazu: „Besonders weite Strecken zwischen Hamburg und München haben auffallend lange Laufzeiten.“

Innerhalb des Jahres wurden vom DVPT ebenfalls saisonale Unterschiede festgestellt. Im ersten Quartal des Jahres konnten die besten Laufzeiten erzielt werden, im Gegensatz zum vierten Quartal lagen hier die Werte um ca. sieben Prozent besser.

DVPT stellt Forderungen an die Deutsche Post AG

„Mit der Laufzeitmessung ist es dem DVPT und seinen Mitgliedern gelungen, einen entscheidenden Schritt zur Qualitätsverbesserung von Postdienstleistungen im Briefbereich zu initiieren“, betont Klaus Gettwart, Vorstand, DVPT e.V. „Es wurden konkrete Ansatzpunkte für die teilnehmenden Unternehmen, die beteiligten Dienstleister und die Deutsche Post AG herausgearbeitet. Ebenso zeigt die Messung auf, dass auf der regulatorischen Seite Handlungsbedarf besteht.“

Auf Grundlage der Studie wurden vom DVTP verschiedene Forderungen an die Deutsche Post AG zusammengestellt. Laut der Studie ist eine „Verbesserung der Schnittstelle an der Übergabe der Sendungen im Briefzentrum“ wünschenswert. Zudem wurden verschiedene Forderungen an die Politik gestellt, unter anderem soll die Bundesnetzagentur mehr Prüf- und Kontrollkompetenzen erhalten. Außerdem sollen in Zukunft regelmäßig derartige Laufzeitmessungen durchgeführt werden, um die Qualität der Geschäftspost überprüfen zu können.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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