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Aufgrund der Corona-Pandemie fehlen Transportkapazitäten in Passagierflugzeugen. Das zeigt sich aktuell unter anderem bei der Lufthansa. 

Lufthansa Cargo Frachter am Frankfurter Flughafen
Philip Lange / Shutterstock.com

Die Lufthansa ist durch die Coronakrise merklich angeschlagen. Zehntausende Stellen sind gefährdet, weshalb die Bundesregierung ein neun Milliarden schweres Rettungspaket geschnürt hat. Normalerweise würde 50 Prozent der Luftfracht als Beiladefracht in Passagierflügen befördert. Aufgrund der weltweit gestrichen Personenflüge fiel dem Konzern dieser Frachtraum weg.  

Jetzt setze die Lufthansa ihre Hoffnungen auf das Frachtgeschäft des Tochterunternehmens Lufthansa Cargo. Cargo-Vertriebschefin Dorothea von Boxberg geht für die kommenden Jahre von einer anhaltend hohen Nachfrage für den Transport von Gütern in reinen Frachtern aus, erklärte sie laut Süddeutscher Zeitung auf einer Air-Cargo- und Logistik-Branchenkonferenz am 2. Juli. Weltweit fehlten 30 Prozent der bisherigen Frachtkapazitäten. Die Lage erhole sich nur langsam, deshalb wären verbleibende Transportkapazitäten zunächst stärker ausgelastet. Das führe auch zu steigenden Preisen für diese Angebote.

Verband der Luftverkehrswirtschaft sieht politischen Handlungsbedarf

Das Luftfrachtvolumen an den deutschen Standorten sei aufgrund des Zusammenbruchs des Passagierverkehrs gegenüber dem Vorjahr merklich zurückgegangen, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mitteilte: Im März wurde ein Rückgang um 12 Prozent, im April um 14 Prozent und im Mai um 10 Prozent verzeichnet. Zwar sei die Luftfracht nicht im gleichen Maße wie der Passagierverkehr eingebrochen, bleibe aber deutlich hinter dem Volumen aus den Vorjahren zurück, so BDL-Präsident Peter Gerber.  

Die Luftfracht spiele hierzulande während der Coronakrise eine wichtige Rolle, da sie eine schnelle Versorgung mit medizinischen Gütern und Schutzausrüstung ermögliche. Damit die Unternehmen die schwierige Zeit überstehen könnten, forderte der BDL-Präsident deshalb die Politik auf, die Krise als Chance für Innovationen in der Logistikpolitik zu nutzen. So müssten seiner Ansicht nach Digitalisierungs- und Innovationspotenziale gehoben und „eine Erholung des Luftfrachtstandorts Deutschland nicht durch neue Hindernisse abgewürgt [werden] – etwa durch eine weitere Beschränkung von Nachtflugoptionen oder durch uneinheitliche Security-, Zoll- und Steuerverfahren, die den Standort unattraktiv und teurer machen gegenüber unseren europäischen Nachbarn.“

/ Geschrieben von Hanna Behn


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