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Der Versandstopp von Warenpost in die USA bedeutet für viele Händler deutlich höhere Kosten bei den Bestellungen. Besserung scheint aktuell noch nicht in Sicht zu sein.

Briefkasten auf USA-Karte
AlexLMX/Shutterstock.com

Zeitweise hat die Coronapandemie den internationalen Brief- und Paketversand fast komplett zum Erliegen gebracht. Langsam entspannt sich die Lage wieder etwas, die Deutsche Post DHL Group hat beispielsweise erst kürzlich bekannt gegeben, den Versandstopp in bestimmte Länder wieder aufzuheben und Sendungen mit einem zusätzlichen Krisenzuschlag wieder zu verschicken.

Einschränkungen gibt es allerdings immer noch beim Versand von Warenpost- und Päckchen-Sendungen in die USA. Hier wird nur die teure Paket-Variante angeboten, Geschäftskunden müssen außerdem noch einen Zuschlag von 2,20 Euro pro angefangenen Kilogramm bezahlen. Für Verkäufer, die sich durch die Coronakrise ohnehin schon in einer schwierigen finanziellen Lage befinden, bedeuten diese hohen Versandkosten erhebliche Probleme, die viele aktuell nicht stemmen können. Die Deutsche Post DHL Group begründet die Maßnahmen auf ihrer Website mit den aktuell eingeschränkten Transportkapazitäten in die Vereinigten Staaten von Amerika, der Versand von Warenpost „wird bis auf Weiteres nicht mehr angeboten“.

Kritik wird immer lauter

Nachdem wir uns bereits Ende März an die Deutsche Post DHL Group gewandt und nachgefragt hatten, wie lange dieser Versandstopp wohl anhalten wird – damals konnte uns eine Sprecherin „aufgrund der dynamischen Lage“ keine Auskunft geben – haben wir uns nun erneut mit dem Thema befasst. In den vergangenen Tagen und Wochen häuften sich die Anfragen und Kommentare der Leser des Logistik Watchblogs, ob und wann der Warenpost-Versand in die USA wieder möglich sei. Ein Teil der Händler musste bereits Bestellungen aus den USA stornieren, da die Versandkosten um das doppelte, teilweise sogar um das dreifache angestiegen sind, vielen sind auf diese Art und Weise große Teile des eigenen Geschäfts weggebrochen.

Aus diesem Grund haben wir den Bonner Konzern nun erneut auf die Problematik aufmerksam gemacht, leider konnte man uns auch dieses Mal keine genaueren Informationen zur Verfügung stellen: „Wir informieren unsere Kunden über Beschränkungen auch beim internationalen Versand tagesaktuell auf unserer Webseite https://www.dhl.de/coronavirus Nähere Informationen, wann Beschränkungen wieder aufgehoben werden, können wir Ihnen derzeit leider nicht zur Verfügung stellen.“

Wir bleiben an der Thematik dran und werden Neuigkeiten, sobald es diese gibt, umgehend hier veröffentlichen.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#8 MB 2020-07-07 10:35
Ich habe einen Onlineshop und meine Kunden kommen ebenfalls zum größten Teil aus den USA.

Letzte Woche habe ich jeweils eine Beschwerde über den aktuellen Zustand an die Bundesnetzagent ur und die Verbraucherzent rale geschickt. Von der Verbraucherzent rale erhielt ich den Hinweis, meine Beschwerde ebenfalls dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. zur Kenntnis zu bringen (was ich auch getan habe).

Von Seiten der Deutschen Post AG erhielt ich wenige Tage nach meiner Beschwerde eine ellenlange E-Mail, die mich allerdings nur vertröstet hat. Man könne weiterhin nicht sagen, wie lange dieser Zustand anhält und man bitte um mein Verständnis. Zu guter Letzt erhielt ich auf meinen Hinweis - dass der Versand aus anderen Ländern durchaus ohne Probleme in die USA möglich ist - folgende Antwort:

"Ihre Behauptung, „dass der Versand aus anderen Ländern in die USA weiterhin ohne Probleme möglich“ sei, können wir so nicht nachvollziehen. Eine Reihe europäischer Postgesellschaf ten hat den Interkontinenta l-Versand ganz oder teilweise eingestellt, andere (z.B. Royal Mail und Post NL) erheben Zuschläge, die zum Teil erheblich über denjenigen liegen, die die Deutsche Post DHL erhebt. Zudem erleben wir sehr unmittelbar, dass eine Vielzahl von Postgesellschaf ten ebenfalls mit der Transportproble matik zu kämpfen hat, weil wir regelmäßig angefragt werden, ob wir Sendungen im Transit in die kritischen Zielländer befördern können."
#7 Steffen 2020-06-30 17:01
Danke für die Mühe! Gar nicht so viel im Netz zu finden zum Thema… Gibt's hierzu inzwischen evetnuell schon Neuigkeiten? Die DP will am Tel. einfach nix dazu sagen. Hier türmen sich die Pakete…
#6 AoN 2020-06-21 15:10
Es ist nichtmehr hinnehmbar - unser Einbruch der USA 100% - 40% unseres Umsatzes!
#5 Petra 2020-06-20 12:25
ich habe eine Möglichkeit gefunden in die USA kostengünstig zu versenden. Es geht um Transglobal Express.
Es ist zwar etwas umständlich, aber gut machbar.
Man müsste die Sendungen fertig frankieren und dann über DHL Paket nach Frankfurt an Transglobal Express senden.
Wenn man sich unsicher fühlt, kann man Transglobal Express auch narufen. Die sind super nett und helfen immer gern weiter.
Für meine Sendungen war es wesentlich günstiger als Warenpost - und dazu noch bis 50 Euro versichert.
Ich bleibe bei Transglobal Express!
Hoffentlich wird mein Beitrag hier angezeigt, denn so geht das nicht weiter, das Unternehmen durch die deutsche Post kaputt gehen.
#4 Thomas Fiebig 2020-06-17 10:57
Die Kommunikation der Deutschen Post ist katastrophal und die KfW als Hauptaktionär (Staat) scheint die Probleme beim Warenvesand auch nicht zu kümmern. Die Argumente der Post sind nicht plausibel, denn unsere in europäischen Konkurrenten haben während der Coronabeschränk ungen haben und hatten keinerlei Einschränkungen beim Versand in die USA.
Ich betreibe drei online shops und unsere Hauptabnehmer sind in den USA. Bei der ganzen Geldverteilerei des Staates, sollte sich in erster Linie darum gekümmert werden, das die Menschen ihren Geschäften nachgehen können.
Vielen Dank an das Portal, die sich dem Problem annehmen.
#3 Franc 2020-06-16 13:00
Ich verschicke weltweit gewerblich Tonträger und das vorzugsweise via Warenpost, ausserhalb Deutschlands.

Eine CD zu verschicken hat mich bzw. den USA Kunden 5,55€ gekostet (ohne Mwst.). Wenn ich das jetzt via DHL verschicke kostet es mehr als 50€, wenn ich den Krisenzuschlag (16€) auf das 5kg Paket dazu rechne (anders geht es nicht für mich nicht). Das ist mehr als absurd und kostet fast das 10fache und nicht das 2-3fache. Ich kann seit 2,5 Monaten keine normalen Sendungen zu den üblichen Warenpost Tarifen in die USA und Australien verschicken. Und das sind zwei sehr wichtige Versandländer für mich.

Und als Geschäftskunde lohnt sich das für mich nicht via DHL zu verschicken, weil der Warenwert zu gering und ich dafür „noch“ nicht genug Bestellungen aus USA und Australien hab um einen günstigeren Versandtarif zu bekommen. Und bei zu hohen Porto lohnt es sich für Kunden nicht bei mir aus den USA zu bestellen. Die Situation schadet mir ziemlich und es kommt keine Erklärung seitens der Post wann sich was ändert.

Ich kann nach Japan, China und Canada verschicken. Wieso bitte nicht nach USA und Australien und das nach so langer Zeit nun? Ich verstehe das Corona alles auf den Kopf gestellt hat, aber scheinbar ist es ja grundsätzlich möglich was zu verschicken, aber doch nicht für 50€ wenn eine CD 10€ oder oft weniger kostet. Das zerstört langfristig den Handel.
#2 Johannes Offermann 2020-06-15 15:50
Die DP AG erfüllt aufgrund einer Vereinbarung mit der BRD (Bundesminister ium für Wirtschaft - BMWE) die Verpflichtungen der BRD hinsichtlich des internationalen Postverkehrs aus den Verträgen des Weltpostvereins . Wenn sich bei der betreiblichen Durchführung dieser Vereinbarungne z.B. im Paletvekehr Probleme ergeben wie bei der Corona-Pandemie , dann können Sie 1. das BMWE oder die Bundesnetzagent ur fragen, ob das, was die DP AG da macht, in Ordnung ist und 2. Ihre Abonnenten dazu ermuntern, sich bei den beiden genannten Stellen über ein potentielles Fehlverhalten der DP AG zu beschweren.
#1 Hilda 2020-06-13 10:59
Danke für's Nachhaken. Ich frage mich auch, warum das bei DHL so schwierig ist. Von anderen europäischen Ländern in die USA zu verschicken scheint kein Problem zu sein. Ich musste bereits einige sehr lukrative Bestellungen stornieren, ebenso nach Australien. Sehr ärgerlich.



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