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Mehrere Tausend Mitarbeiter will die Deutsche Post DHL Group vorsorglich auf Corona testen lassen. Die Kosten dafür belaufen sich auf weit über eine Million Euro.

Deutsche Post DHL Schild
nitpicker/Shutterstock.com

Rund 4.000 Mitarbeiter hat die Deutsche Post DHL Group in den vergangenen Wochen auf Covid-19 getestet. Die Tests wurden immer dann durchgeführt, wenn es im direkten Umfeld zu Infektionen gekommen ist. So wurden etwa 1.000 Personen in zwei Paketzentren getestet, in denen es nur ein paar wenige Fälle gegeben hat. „Das Auffällige war, dass wir bei den breiten Tests ohne zwingenden Grund eine unerwartet hohe Anzahl an Infizierten gefunden haben, die aber bisher keinerlei Symptome der Krankheit haben“, erklärt Tobias Meyer, Konzernvorstand für das hiesige Paket- und Briefgeschäft dem General-Anzeiger.

Diese Ergebnisse haben den Bonner Konzern jetzt zu einer neuen Strategie bewegt: Mehrere Tausend Mitarbeiter können sich nun auch ohne konkreten Grund auf das Coronavirus testen lassen. „Wir gehen über zu einer prophylaktischen Teststrategie. Wir werden deutlich mehr als 10 000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen anbieten, sich vorsorglich auf Covid-19 testen zu lassen; dies vor allem in größeren Betriebsstätten. Unsere Betriebsärzte werden so voraussichtlich in einem Teil der 36 Paketzentren und möglicherweise auch Briefverteilzentren entsprechende Tests anbieten“, so Meyer weiter.

Erhöhtes Risiko für Angestellte in operativen Betrieben

Mit den vorsorglichen Tests sollen nun auch infizierte Mitarbeiter aufgedeckt werden, bei denen der Virus aufgrund fehlender Symptome bislang unentdeckt geblieben ist. „Wir müssen vermuten, dass wir mehr infizierte Menschen im Umkreis unserer Betriebsstätten haben als bisher vermutet. Wir werden nun systematisch in ausgewählten Betriebsstätten gemäß einer Risikoeinstufung testen lassen“, kündigt Tobias Meyer das weitere Vorgehen an.

Obwohl er die Vermutung ablehnt, Mitarbeiter würden sich vorrangig am Arbeitsplatz infizieren, räumt der Konzernvorstand ein, dass es in den operativen Betrieben ein höheres Risiko gäbe, sich anzustecken. Um die Belegschaft zu schützen, werden infizierte Mitarbeiter umgehend in Quarantäne geschickt. Bei den jetzt geplanten Massentests wird die Deutsche Post DHL Group von Betriebsräten unterstützt. Die Kosten dafür wird der Konzern übernehmen. Bei mindestens 130 Euro pro Test könnten sich diese auf insgesamt über 1,3 Millionen Euro belaufen.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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