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Die Zusteller der Deutschen Post DHL Group werden keine Sonderzahlungen erhalten. Das gab Post-Chef Frank Appel jetzt bekannt.

DHL Zusteller
Hadrian/Shutterstock.com

„Ostern war für uns wie Weihnachten“ – so umschrieb Post-CEO Frank Appel die aktuelle Situation während einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen. Die täglichen Paketmengen sind inzwischen auf neun Millionen angestiegen, ein Kraftakt für die Zusteller. Alleine im April wurden rund 4.000 neue Mitarbeiter von dem Bonner Konzern eingestellt, um für Unterstützung zu sorgen. Um das hohe Arbeitspensum der Lieferanten zu honorieren, hat die Spartengewerkschaft DPVKOM eine einmalige Zahlung von mindestens 1.000 Euro für die Boten gefordert. Diese Prämie wurde von der Deutschen Post DHL Group allerdings abgelehnt. „Eine Prämie ist nicht an der Zeit“, wird Frank Appel bei der Welt zitiert.

Die Gewerkschaft sieht in der aktuellen Situation und vor dem Hintergrund des gestiegenen Arbeitspensums eine Corona-Leistungszulage von mindestens 1.000 Euro als gerechtfertigt an. „Ein Dauer-Dankeschön für diese Herausforderung ist zwar das Mindeste, aber kein anerkanntes Zahlungsmittel“, sagte Christina Dahlhaus, die Vorsitzende DPVKOM. Dass diese Arbeit nicht anerkannt werde, sei ein „Armutszeugnis“, heißt es bei der Welt weiter. 

Verdi setzt auf generelle Lohnerhöhungen in diesem Jahr

Auf die Absage der Sonderzahlungen gab es von den Post-Angestellten laut Appel eine „positive Resonanz“. Der Schwerpunkt des Konzerns liegt aktuell woanders. „Unser Fokus liegt darauf, die Beschäftigten in Arbeit zu halten“, so der Post-Chef weiter. Auch Verdi pocht derzeit nicht auf eine Sonderzahlung. „Diese einmaligen Zahlungen würden vom Arbeitgeber genutzt werden, um Nullrunden zu rechtfertigen“, sagt Gewerkschafter Stephan Teuscher. Die Ziele der Gewerkschaft sind längerfristig ausgerichtet. So will man bei anstehenden Tarifverhandlungen in diesem Jahr generelle Lohnerhöhungen für die Mitarbeiter durchsetzen.

Post verzichtet auf Staatshilfen

Die Deutsche Post DHL Group hat erst kürzlich ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal 2020 veröffentlicht. Trotz des drastischen Einbruchs des Gewinns, verzichtet der Konzern auf die Hilfe des Staates. „Wir brauchen kein Geld von der Bundesregierung“, so der Post-CEO laut dem Portal finanzen.net. „Unser Cashflow ist stark genug.“ Der Konzern konnte den Umsatz zwar gering um 0,9 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro steigern, das operative Ergebnis (Ebit) brach allerdings um fast die Hälfte auf 592 Millionen Euro ein.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#1 Postlerin 2020-06-13 07:33
Wenn die paketmengen angestiegen sind, warum nimmt uns die Post die Überstunden weg. Diese wurden von 2x 60 min. Auf 15 min. gekürzt. D. H. Wir müssen abbrechen oder zum Wohl unserer Kunden durchziehen und arbeiten ohne Bezahlung!



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