Nach Wochen ohne nennenswerte Effekte der Coronakrise auf die Paketmengen vermeldet die DHL nun doch einen Anstieg. Dieser soll sich vor allem in den kommenden Tagen weiter fortsetzen.

Zusteller Pakete ausliefern
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Trotz der deutlichen Zunahme des Online-Geschäfts angefeuert durch die Coronakrise – allein Amazon konnte seinen Wert in nur zehn Tagen um über 100 Milliarden US-Dollar steigern – betonten die hiesigen KEP-Dienstleister stets, keine Auswirkungen auf die Paketmengen zu spüren. Die DPD vermeldete sogar einen Rückgang, geschuldet durch den deutlichen Einbruch der Geschäftspost. Das hat vor allem negative Auswirkungen auf kleine und mittelständische Unternehmen im KEP-Netzwerk, wie der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP) Ende letzter Woche feststellte.

Nun scheint es bei der DHL in nur wenigen Tagen eine Trendwende gegeben zu haben. Aktuell verzeichnet der Logistiker „eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahres zu dieser Zeit liegt“, wie ein Sprecher laut dem Stern gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Konzern setzt Mitarbeiter aus anderen Bereichen ein

Für die kommenden Tage und über die Oster-Feiertage erwartet die DHL noch einen weiteren Ansieg der Paketmengen. Deswegen könnte es aktuell auch zu zeitlichen Verzögerungen kommen, wie es vom Unternehmen heißt. „Der sehr plötzliche Anstieg auf nunmehr schon Vorweihnachtsniveau pro Tag in unserem Netzwerk zeigt uns, dass gerade auch kleine Händler verstärkt auf DHL setzen, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen“, so Post-&-Paket-Vorstand Tobias Meyer. Um das gestiegene Arbeitsaufkommen zu bewältigen, sei man aktuell dabei „Kollegen aus derzeit weniger gefragten Bereichen – etwa dem Brief- oder dem Landfrachtgeschäft – vermehrt für die Pakete einzusetzen“, wie der Stern schreibt.

Die Konkurrenzunternehmen wie UPS oder DPD merken von den gestiegenen Paketmengen aktuell noch nichts. DPD spricht weiterhin von einem „stabilen“ Paketvolumen, auch Hermes macht ähnliche Erfahrungen.

/ Geschrieben von Corinna Flemming

Kommentare

#1 NIX NEUES 2020-04-25 22:27
Ein Paket mit Medikamenten wurde von DHL am Mittwoch, 01.04.2020 um 18:44 Uhr bearbeitet und für den Weitertransport in die Region des Empfängers vorbereitet.
Am Donnerstag, 02.04.2020 um 06:38 Uhr wird das Paket in Krefeld für den Weitertransport vorbereitet. 5 Minuten später, um 06:43 Uhr ist die Sendung in der Region des Empfängers angekommen und wird im nächsten Schritt zur Zustellbasis transportiert. Um 21:55 Uhr wird das Paket erneut für den Weitertransport vorbereitet.
Am Samstag, 04.04.2020 um 14:52 Uhr ist die Sendung erneut in der Region des Empfängers angekommen und wird im nächsten Schritt zur Zustellbasis transportiert.
Dienstag ....
Donnerstag.... (rd. Zwei Wochen später)
Mittwoch, 22.04.2020 um 12:06 Uhr ist die Sendung erneut in der Region des Empfängers angekommen und wird im nächsten Schritt zur Zustellbasis transportiert - und sollte am Donnerstag, 23.04.2020 voraussichtlich zugestellt werden.
Das nennt man vielleicht Kreislaufwirtsc haft oder Beschäftigungst herapie. Ich nenne es totales Systemversagen.
Das Paket ist bis heute 25.04.2020 – 22:25 Uhr nicht zugestellt worden.



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