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Amazons Wunsch, Kunden immer schneller die Bestellungen nach Hause zu liefern, soll bereits drastische Folgen haben, so die Berichte einer amerikanischen Investigativ-­Plattform.

Zusteller verschwommener Hintergrund
blurAZ / Shutterstock.com

Welche Risiken nimmt Amazon in Kauf, um die Bedürfnisse seiner Kunden zu erfüllen? Der als kleiner Buchladen gestartete Online-Händler arbeitet bereits seit Jahren mit Eifer daran, ein eigenes Liefernetzwerk aufzubauen und sich von den großen Zustellunternehmen loszusagen. Für das Ziel, Bestellungen innerhalb kürzester Zeit zu den Kunden zu bringen, soll der US-Konzern aber auch zum Teil die Sicherheit vernachlässigen.

Wie in einem ausführlichen Bericht auf der amerikanische Investigativ-­Plattform ProProblica zu lesen ist, soll es wegen des erhöhten Zeitdrucks, unter denen die Paketfahrer stehen, in den vergangenen Jahren zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen sein. Zehn Menschen sollen seit 2015 bei Amazon-Lieferungen getötet wurden sein, wie Recherchen gezeigt haben sollen.

Kein Fahrtraining für neue Angestellte

Wie das Portal aus internen Dokumenten erfahren haben will, gab es wohl aus Zeitgründen in einigen Fällen keine Fahrtrainings für neue Mitarbeiter. Da sich immer wieder die Fahrer nicht an Tempolimits halten oder Verkehrsschilder missachten, soll es außerdem zu mehr als 60 Unfällen mit teilweise schweren Verletzungen gekommen sein, in welche die Lieferanten von Amazon involviert waren. Besonders tragisch: Im Jahr 2013 wurde Amazons Chief Financial Officer, Joy Covey, bei einem Ausflug mit ihrem Rad in San Francisco von einem Amazon-Fahrer erfasst und getötet.

In einem öffentlichen Brief haben sich im letzten September mehrere Senatoren an CEO Jeff Bezos gewandt und Antworten verlangt. „Unschuldige – im Alter von nur 9 Monaten – haben ihr Leben verloren und schwere Verletzungen erlitten, weil die Fahrer von Amazon unsachgemäß trainiert und unter immensem Druck gesetzt wurden, die Lieferfristen einzuhalten“, wie der Brief bei ProProblica zitiert wird. „Es ist einfach nicht akzeptabel, dass Amazon sich wegdreht, während die Fahrer in potenziell unsichere Fahrzeuge gezwungen werden und ihnen ein gefährliches Arbeitspensum auferlegt wird.“

Bezos selber hat nicht auf den Brief der Politiker geantwortet, dafür aber ein Interessenvertreter. Er bestätigte, dass „Sicherheit Amazons höchste Priorität ist“.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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