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Zwei Tote und ein Schwerverletzter beim Paketdienstleister Hermes haben zu einem Großeinsatz der Polizei geführt. Die Ursachen der Todesfälle sind noch unklar. Update: Der Einsatz ist beendet und der Betrieb soll wieder aufgenommen werden.

Hermes Schild
nitpicker / Shutterstock.com

Stillstand bei Hermes im Versandzentrum Haldensleben: Am gestrigen Dienstag sind innerhalb weniger Stunden zwei Mitarbeiter des Paketdienstleisters gestorben, ein Dritter wurde schwer verletzt auf dem Gelände entdeckt. Die Vorfälle haben zu einem Großeinsatz der Feuerwehr mit 120 Einsatzkräften geführt, der Betrieb am Standort in Sachsen-Anhalt mit rund 3.000 Mitarbeitern wurde vorerst komplett eingestellt, das Gelände wurde abgesperrt.

Auf dem Hermes-Gelände wurde in der Nacht zu Dienstag ein Mitarbeiter tot aufgefunden. Der 58-jährige sei nach Angaben von Spiegel Online zusammengebrochen und vor Ort gestorben. Am gestrigen Nachmittag dann der zweite Todesfall: In Haldensleben wurde ein weiterer Angestellter von Hermes in einem Transportfahrzeug entdeckt. Der 45-Jähre soll leblos auf dem Fahrersitz des Transporters gesessen haben. Ebenfalls auf dem Gelände des Versandzentrum wurde schließlich ein dritter Mitarbeiter schwer verletzt entdeckt. Dieser soll unter gesundheitlichen Probleme gelitten haben.

Vorerst keine Hinweise auf gefährliche Substanzen

Noch konnte die Polizei die Todesursachen der beiden Hermes-Mitarbeiter nicht klären, man geht von einer Verkettung von Zufällen aus. „Wir gehen davon aus, dass das ein unglücklicher Zusammenhang ist“, so Matthias Lütkemüller von der Polizei Börde laut Spiegel Online. Allerdings sei auch eine Gefährdungssituation nicht auszuschließen. Die Feuerwehr hat am frühen Mittwochmorgen bereits eine Wohnung untersucht, zu welcher der Zusteller vor seinem Tod ein Paket ausgeliefert hatte. Dieses wurde auf mögliche Giftstoffe untersucht, allerdings ohne Hinweise auf eine Kontaminierung. Das Paket war nach Polizeiangaben das einzige, welches nicht im Versandzentrum selber gepackt, sondern von außerhalb versandt wurde. Zwar wurden an einem Paket geringste Mengen eines handelsüblichen Stoffes festgestellt, welcher in großen Mengen schädlich ist, aber: „Die Dosis, die man braucht, um zu sterben, wurde nicht erreicht“, bestätigte ein Polizeisprecher. Aus diesem Grund gehe man davon aus, das die Todesfälle mit der gefundenen Substanz „gar nichts“ zu tun hätten.

In den kommenden Stunden sollen nun alle weiteren Pakete, welche sich im Transporter befunden haben, untersucht werden. Eine Obduktion der beiden verstorbenen Hermes-Mitarbeiter ist für den heutigen Mittwoch angesetzt.

Update: Betrieb bei Hermes wird wieder aufgenommen, Todesursachen sind geklärt

Wie Hermes jetzt selber bekannt gegeben hat, konnte der Einsatz im Versandzentrum beendet werden. „Nach intensiven Untersuchungen konnte nun Entwarnung gegeben und der Einsatz beendet werden: Es liegt keine Gefährdung durch Giftstoffe oder eine andere generelle Gefährdung vor“, schreibt der KEP-Dienstleister. Und weiter heißt es: „Aktuell gehen die Behörden von natürlichen Todesursachen und einer Verkettung unglücklicher Umstände aus.“ Der Betrieb in Haldensleben soll zur Spätschicht wieder aufgenommen werden. Wie lange es dauern wird, bis alle liegengebliebenen Sendungen abgearbeitet werden, teilte der Logistiker nicht mit. 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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