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Amazon hat sich jüngst verpflichtet, in rund 20 Jahren klimaneutral zu arbeiten. 

Jeff Bezos bei Climate Pledge Vorstellung
© Amazon / Business Wire

Amazon hat vergangene Woche in Zusammenarbeit mit Global Optimism – einem Unternehmen, das sich auf gesellschaftliche und umweltpolitische Veränderungen konzentriert – die Verpflichtungserkärung „The Climate Pledge“ vorgestellt. Unterzeichner geben das Versprechen ab, dass alle Geschäftsbereiche im Unternehmen bis zum Jahr 2040 CO2-neutral sein sollen – so auch Amazon. „Wir wollen bei dieser Thematik nicht nur Mitläufer sein – wir haben uns entschlossen, die Größe und Bandbreite unseres Unternehmens einzusetzen, um den Unterschied zu machen“, erklärte Jeff Bezos in einer Unternehmensmitteilung.

Da Amazon die Klimaschutzziele bis 2040 umsetzen wolle – zehn Jahre eher, als es die Zielsetzung des Pariser Klimaabkommens vorsehe – betonte Bezos die eigene Vorreiterrolle in diesem Bereich: „Wenn ein Unternehmen mit so viel physischer Infrastruktur wie Amazon – das jährlich mehr als zehn Milliarden Artikel liefert – das Pariser Abkommen zehn Jahre früher erfüllen kann, dann kann das jedes Unternehmen.“ Die Verpflichtungserklärung sollen auch andere globale Unternehmen unterzeichnen. Wer dies tue, sende „ein wichtiges Signal an den Markt“, wodurch in weitere Produkte und Dienstleistungen zur Erreichung der Klimaziele investiert werden würde, so Bezos.  

Amazon kauft 100.000 Elektrofahrzeuge für die Zustellung

Amazon selbst investiere nun vermehrt in konkrete Maßnahmen, um den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu verringern. Auf einer entsprechenden Webseite hat Amazon diese zusammengefasst. Beispielweise sollen 100 Millionen US-Dollar in Wiederaufforstungsprojekte fließen. Die Stromversorgung, u. a. in den Logistik- und Sortierzentren wolle man bis 2030 komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Zudem werden weitere 440 Millionen US-Dollar künftig die Produktion von Elektrofahrzeugen beschleunigen. Dabei kooperiert Amazon mit dem E-Auto-Hersteller Rivian aus Michigan, USA. Bis 2022 sollen 10.000 Fahrzeuge im Einsatz sein, 2030 sogar 100.000 E-Autos. Dadurch wolle man jährlich 4 Millionen Tonnen CO2 einsparen. 

Der Einsatz von Elektrofahrzeugen ist in der KEP-Dienstleistungsbranche aber nicht neu. So erinnert das Vorhaben von Amazon deutlich an das StreetScooter-Projekt der Deutsche Post DHL Group. Bis 2050 will das Unternehmen klimaneutral arbeiten, im Jahr 2015 startete die Post daher bereits ihre Initiative GoGreen, die schon damals den Einsatz der E-Autos forcierte. Die StreetScooter-Flotte wurde seither stetig erweitert. Erst kürzlich wurde der 10.000ste StreetScooter präsentiert. Und auch UPS plant die Herabsetzung der Emissionswerte durch den Einsatz von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb.

Daneben wird von KEP-Dienstleistern vermehrt erfolgreich der Einsatz von Lastenrädern erprobt  – etwa von GLS, UPS, DPD  oder als Geimeinschaftsprojekt – um die Zustellung auf der letzten Meile zu optimieren und damit die CO2- und Feinstaubbelastung zu reduzieren. 

Amazon-Mitarbeiter fordern noch schnellere Umsetzung der Klimaziele 

In der Vergangenheit protestierten Mitarbeiter immer wieder für bessere Bedingungen bei Amazon – und zwar auch in Sachen Umweltschutz – sei es zum Prime Day oder auch jüngst bei einem Klimastreik. Amazon-Mitarbeiterinitiativen freuen sich daher einerseits über den aktuellen Fortschritt Amazons in diesem Bereich, sie betrachten diesen teils auch als Ergebnis eigener Protestaktionen. Andererseits kritisieren sie auch die aktuellen Pläne als unzureichend, schreibt t3n

Konkret forderten die Initiativen, dass Amazon bereits bis 2030 klimaneutral werde. Zudem solle der Konzern seine Cloud-Computing-Dienste nicht länger für die  Öl- und Gasindustrie zur Verfügung stellen und künftig keine Politiker und Thinktanks mehr mit Spendengeldern fördern, wenn diese den Klimawandel leugnen. Auf die Forderungen der Mitarbeiterbündnisse ging Bezos nur teilweise ein. So wolle er etwa Öl- und Gasindustrie weiter unterstützen – diese sollen „während ihrer Übergangsphase die besten verfügbaren Tools haben“, so Bezos dem Bericht zufolge gegenüber der New York Times. Die Vergabe von Spenden würde Amazon eingehend untersuchen, heißt es. 

/ Geschrieben von Hanna Behn


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