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Der Transcare-Chef Ralf Jahncke hat die Ergebnisse einer BIEK-Studie zur konsolidierten Paketzustellung in den Innenstädten heftig kritisiert. Seiner Meinung nach liegt ein Denkfehler in der Erhebung der Analyse vor.

Paketzusteller vor Haus
Monkey Business Images/shutterstock.com

Wie lässt sich die innerstädtische Logistik verbessern? Das Konzept der Gebietskonsolidierung bei den hiesigen KEP-Dienstleistern ist eine Methode – diese wurde vom Bundesverband Paket & Express Logistik (BIEK) vor wenigen Wochen allerdings als nicht lohnend eingestuft. Die Anfang August veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der Zustellfahrzeuge kaum spürbar reduzieren würde. Gegen dieses Ergebnis und die Untersuchung generell hat Transcare-Chef Ralf Jahncke jetzt deutliche Kritik geäußert.

„Der Bundesverband Paket und Expresslogistik wiederholt bei seinen Untersuchungen zur konsolidierten Lieferlogistik im urbanen Raum Denkfehler aus dem analogen Logistikzeitalter in den 1980er Jahren“, so die Einschätzung von Ralf Jahncke. Laut der DVZ werde in der BIEK-Studie mit Abholfahrten zu den einzelnen Depots der jeweiligen KEP-Dienstleister kalkuliert, statt die Sendungen bereits am Stadtrand zusammenzuführen. „Es ist klar, dass die gesamte Fahrtstrecke so kaum reduziert und nur in geringem Umfang Lieferfahrzeuge eingespart werden können“, so das Fazit des geschäftsführenden Gesellschafters des Beratungsunternehmens Transcare GmbH.

70 Prozent weniger Fahrten durch Konsolidierung am Stadtrand

Entscheidend bei einem solchen Vorgehen ist die Konsolidierung der Waren am Stadtrand, welche laut der „Initiative Urbane Logistik Hannover“ bis zu 75 Prozent der Fahrten einsparen würde. „Heute würden zum Beispiel zehn verschiedene Dienstleister mit durchschnittlich zehn Fahrzeugen und 130 Paketen je Fahrzeug in die Auslieferungstour starten“, schreibt die DVZ dazu. In einem großflächigen Zustellgebiet würde der Fahrer rund 70 Entladestellen schaffen, der Stoppfaktor (Anzahl Pakete je Stopp) liegt so aktuell bei rund 1,85. Werden die Sendungen allerdings an einen zentralen Umschlagpunkt außerhalb der Stadt kommissioniert, würde sich die Anzahl der Auslieferungsfahrzeuge deutlich reduzieren. „Das Zustellfahrzeug eines neutralen Dienstleisters, elektrisch angetrieben, ist wieder mit 130 Paketen voll, liefert aber nur noch an durchschnittlich 13 bis 20 Stopps aus. Dadurch steigt der Stoppfaktor auf acht bis zehn.“ Je Tour würden außerdem deutlich weniger Kilometer gefahren, so das Fazit von Ralf Jahncke.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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