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Wir haben mit Christoph Kuntz darüber gesprochen, was für gemeinsame multifunktionale Lösungen es in der Versandhandelslogistik und in der Automobilindustrie gibt. Christoph Kuntz ist Director Sales Logistic bei Grenzebach Automation.

Automobilbranche und E-Commerce.
© Nataliya Hora - Fotolia.com

Denn trotz der jeweiligen unterschiedlichen Ausrichtungen innerhalb der Logistikbranche, die entsprechend ihres Zwecks und der Produkte ausgerichtet sind, gibt es immer wieder gemeinsame Nenner, wie das Prozessdenken und die damit verbundenen Optimierungen, die benötigte Effizienz, eine hohe Flexibilität, der Kostenaspekt und einen daraus resultierenden attraktiven ROI (Return on Investment).

Ein Blick über den E-Commerce Tellerrand

Gleichzeitig schließt auch die teilweise höhere Automatisierung in der Automobilbranche gegenüber den Logistikzentren im E-Commerce nicht aus, dass im Rahmen der Zulieferlogistik z.B. Fachbodenregalanlagen mit manuellen Picktätigkeiten zum Einsatz kommen, und es hier analoge Bedarfe zum E-Commerce gekoppelt mit den eigenen Anforderungen gibt.

 

Christoph Kuntz, Director Sales Logistic bei Grenzebach Automation, ist so nett und gibt im Rahmen eines kurzen Interviews weitere Einblicke:

 

Logistik-Watchblog: Herr Kuntz, der Verband der Automobil-Logistik (AKJ) hat sich im Rahmen seiner monatlichen Arbeitstagung in Halmar eingefunden, um Einblicke in Ihr G-Com System zu bekommen. Es ist spannend zu sehen, dass ein primär für den Versandhandel entwickeltes System nun auch in anderen Branchen Interesse weckt. Insbesondere die E-Commerce Logistik befindet sich ja in einem stetigen Wandel und sich ändernde Gewohnheiten und Erwartungshaltung der Kunden wirken sich unmittelbar auf die Logistik aus. Wie schätzen Sie hier den Trend in der Automobilbrache ein? Welche Notwendigkeiten gibt es?

 

Christoph Kuntz: Auch in der Automobilbrache werden heute die Fahrzeuge anders hergestellt, als vor Jahren. Es gibt hier immer mehr unterschiedliche Ausprägungen, Varianten und Konstellationen der Fahrzeuge. Ebenso sind Umkonfigurationen ein Thema, und bis zu welchem Zeitpunkt diese noch zu realisieren sind etc. Pickfehler sind natürlich auch hier ein Punkt der mit einer sehr hohen Priorität verfolgt wird, denn Sie erzeugen auch hier in den Abhängigkeiten der Prozesskette hohe Kosten. Nicht zu vergessen sind mögliche Entwicklungen, die in Form eines Google Car oder einem Apple Car durch die Medien gehen. Dadurch sind die Fahrzeuge von morgen vermutlich weniger Auto, sondern eher ein fahrendes Media Center. Und nicht zu vergessen ist dabei ja auch, dass die Kunden im E-Commerce auch die Kunden in der Automobilbranche sind.

 

Logisitk-Watchblog: Welche besonderen Anforderungen werden im Automobilsektor an an modernes Logistiksystem gestellt?

 

Christoph Kuntz: Wie im E-Commerce ist auch hier die Kommissioniersicherheit ein großes Thema. Weiterhin erschwert eine starke Diversifikation der unterschiedlichen Zulieferteile eine sinnvolle Automatisierung zumindest an diesem Punkt, so dass hier eher manuell gepickt wird, und sich eine Automatisierung respektive technische Unterstützung eher auf Förderanlagen beschränkt. Weiterhin ist es auch hier wichtig, dass Teile entsprechend analog der Produktionsstufen zusammengeführt werden können. Just in time Anlieferungen sowie eine Reduzierung der Bestände sind auch hier weitere wichtige Anforderungen.

 

Logistik-Watchblog: Einen hohen Deckungsgrad in den logistischen Anforderungen gibt es sicherlich im Rahmen der Effizienz oder auch in der Verfügbarkeit eines Systems. Gibt es aus Ihrer Erfahrung ggf. schon Standards, im Versandhandel oder in der Automobilbranche, wo es noch die Möglichkeit gibt voneinander zu lernen?

 

Christoph Kuntz: Es gibt bereits einen hohen Grad an Übereinstimmungen, wie z.B. ein Spitzenlastmanagement etc. Ebenso gibt es parallele Prozessstrukturen, die jedoch anders und entsprechend der Branche angewandt werden müssen.

Verband der Automobil-Logistik (AKJ) tagt bei Grenzebach

Bereits in den 80er Jahren gründete Prof. Dr. Klaus-J. Schmidt von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gemeinsam mit Vertretern der Automobil-Industrie einen Arbeitskreis zur Entwicklung gemeinsamer Standards für die Gestaltung und den Betrieb von Just-In-Time-Prozessen. Inzwischen hat sich der „Arbeitskreis Just-In-Time“ (AKJ) zu einem der wichtigsten Verbände für Automobil-Logistik entwickelt.

 

Gerade in der Automobil-Industrie entscheidet mehr denn je die Logistik über die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Heute plant die Logistik nicht mehr nur die Warenströme in und zwischen den Unternehmen und übernimmt zunehmend anspruchsvollere Aufgaben.

 

Vor diesem Hintergrund ist G-Com von Grenzebach, von besonderem Interesse, und so fand die monatliche Arbeitstagung vom Februar 2015 in Hamlar statt. Christoph Kuntz und Wolfgang Ritzka von Grenzebach stellten die „Ware-zum-Mann“-Lösung G-Com vor.

 

„Das System bietet interessante Einsatzmöglichkeiten in Materialbereitstellungsprozessen der Automobilindustrie“, erklärte Jörg Kuntz vom AKJ. Man werde das Thema im Rahmen des nächsten Kongresses im April allen Mitgliedern näher vorstellen.

/ Geschrieben von Randy Meinhard


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