Amazon setzt ab sofort verstärkt darauf, dass Vendoren auf Amazon ihre Artikel den Versandrichtlinien des Unternehmens anpassen.

Leere Amazon-Kartons
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Amazon erwarte, dass ab dem 01. August 2019 bestimmte Artikel als versandfertig zertifiziert werden, die entweder in einer sogenannte „frustfreien Verpackung“ (FFP) oder in der Originalverpackung verschickt werden. Dies meldet das WallStreetJournal (WSJ) und wird zudem auch in einem entsprechenden Dokument deutlich, welches Amazon auf einer Themenseite zur Zertifizierung hinterlegt hat. Der Stichtag 1. August gilt lediglich für die USA, hierzulande gelten die neuen Regeln ab dem 1. Oktober.

Amazon erhebt Gebühren bei Verstößen

Amazon schränkt die Vorschriften auf jene Artikel ein, bei denen die Verpackungsdimensionen größer als 45,5 x 34 x 26,5 cm sind oder die ein Gewicht von mehr als 12,3 kg besitzen. Gefahrengut und Prime-Pantry- bzw. Amazon-Fresh-Waren sind davon nicht betroffen. 

Dem Dokument zufolge konnten Vendoren, die bereits seit Oktober 2018 die Versandrichtlinien von Amazon erfüllten, an einem Bonusprogramm teilnehmen. Bei diesem erhielten sie beim Versand eines korrekt zertifizierten Artikels je 0,85 Euro. Die Aktion soll noch bis zum 30. September gelten. 

Für jene, deren Verpackungen nicht korrekt zertifiziert seien, fällt demzufolge jedoch ab dem 01. Oktober eine Gebühr von 1,70 Euro je Einheit an. 

Der Umwelt zuliebe

Amazon wolle auf diese Weise sicherstellen, dass Verpackungen die richtige Größe haben, sodass unnötiger Verpackungsmüll reduziert wird. Auch müssen alle Materialien zu 100 Prozent wiederverwertet werden können. Damit wolle das Unternehmen zum Umweltschutz beitragen. Daneben sollte die Packung die versendeten Artikel ausreichend vor Beschädigungen schützen und leicht zu öffnen sein –  also beispielsweise dürfen keine Kabelbinder oder Blisterverpackungen genutzt werden, wie den Informationen an Amazon-Kunden zu diesem Thema zu entnehmen ist.  

Allein 2017 hätte man durch das Zertifizierungsprogramm „Frustfreie Verpackungen“ dazu beigetragen, den Verpackungsmüll um 16 Prozent zu reduzieren und damit 305 Millionen Versandkartons einzusparen, heißt es. Firmen müssen sich allerdings auf das neue Versandkonzept häufig noch umstellen. Dem WSJ-Bericht zufolge würden bisher rund 15 Prozent der genutzten Verpackungen noch nicht den Regelungen von Amazon entsprechen. 

/ Geschrieben von Hanna Behn