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Millionen Postkunden müssen sich zukünftig auf stärker steigende Briefpreise einstellen. Dazu hat das Bundesministerium für Wirtschaft eine Änderungen der Post-EntgeltregulierungsVO auf den Weg gebracht. Durch diese Änderung wird der Deutschen Post AG mehr Spielraum für Preiserhöhungen eingeräumt. Im aktuell geltenden Regulierungsregime kann die Deutsche Post nur geringe Preiserhöhungen durchsetzen.

Verbraucher zahlen Zeche für Gewinnerwartungen der Deutschen Post

Die Regulierung von Preiserhöhungen orientiert sich an der angemessenen Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Die Deutsche Post erzielt derzeit glänzende Gewinne, das Eigenkapitel ist hervorragend verzinst und so gibt es kaum Spielraum für Preiserhöhungen. Zukünftig soll sich der Preiskorridor an der Umsatzrendite orientieren. 

 

Über diese Änderung der Post-EntgeltregulierungsVO sollen die überaus ehrgeizige Renditeerwartung der Deutschen Post AG von den zu erwartenden Investitionskosten und ihrer zunächst gewinnbelastenden Wirkung abgelöst werden. Der Bund als großer Aktionär der Deutschen Post garantiert sich dadurch quasi selbst als einen der größten Aktionäre die hohen Gewinnerwartungen. Die Zeche dafür sollen die Verbraucher zahlen. Der BdKEP sieht hier beim Bund einen unauflösbaren Interessenkonflikt.

 

Das Regulierungsziel des Postgesetzes wird verfehlt, wenn der Verbraucher für die Expansionspolitik der Deutsche Post AG herangezogen wird. Mit dem Entwurf wird die Wettbewerbsposition der Deutsche Post AG einseitig auf Kosten der Verbraucher und Wettbewerber gestärkt. Der ohnehin nur dürftige Wettbewerb auf dem Briefmarkt wird damit weiter eingeschränkt.

 

Der BdKEP - Bundesverband der Kurier-Express-Postdienste e.V. steht dem Vorhaben ablehnend und mit energischer Kritik gegenüber.


Über den Autor: 

Andreas SchumannAndreas Schumann ist langjähriger Postexperte und seit Mai 2014 Vorsitzender des Bundesverbandes der Kurier-, Express- und Postdienste e.V. (BdKEP).  Nach dem Studium der Landwirtschaft und Betriebswirtschaft hat er mit der Öffnung des Postmonopols 1998 einen der ersten Stadtpostdienste in Deutschland gegründet. Als die Fiege Logistik AG das Unternehmen übernahm, baute er den bis heute erfolgreich am Markt tätigen Briefdienst der Sächsischen Zeitung Postmodern auf. 2001 wechselte er zu EP Europost, heute TNT Post GmbH & Co. KG, nach Hannover. Dort hat er in verschiedenen Führungspositionen die Produkt- und Prozesslandschaft des Unternehmens maßgeblich geprägt und aufgebaut, zuletzt als Direktor Qualität. Im April 2010 gründete er die internetPost AG.

/ Geschrieben von Redaktion


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