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In der diesjährigen Hauptversammlung der Deutschen Post DHL Group musste der Logistiker auf ein äußerst schwieriges Jahr zurückblicken. Dennoch gibt sich der Bonner Konzern optimistisch für die kommenden zwei Jahre.

 

Frank Appel
© Deutsche Post AG

„Die Deutsche Post DHL Group ist gut aufgestellt. Wir haben die Weichen richtig gestellt. Das hat zwar Geld gekostet und kurzfristig das Ergebnis belastet, aber es schafft die Basis für ein gutes 2019, und vor allem darüber hinaus“, so der Tenor des Vorstandsvorsitzenden Frank Appel während der Hauptversammlung. Das schwierige Jahr 2018 und der erhebliche Aktienverlust von 42 Prozent bestimmte den ersten Teil der Ansprache von Konzernchef Appel. An den Verlusten waren laut Appel aber nicht die Branche oder der Markt schuld, die „Probleme waren hausgemacht“. Auf diese ist der Konzern mit einer entsprechenden Gewinnanpassung eingegangen, vor allem der frühere Bereich „Post - eCommerce - Parcel“ machte dem Unternehmen schwer zu schaffen, eine Korrektur nach unten um fast eine Milliarde Euro war die Folge. 

Dennoch konnten in 2018 auch Erfolge erzielt werden, wie in dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Geschäftsbericht bereits aufgezeigt wurde.

Mehr Fokus im Bereich Post & Paket

Eines der Hauptthemen von Frank Appel waren die aktuellen Herausforderungen im Paketgeschäft. Der positiv bewertete Anstieg des Paketaufkommens in Deutschland um 7,5 Prozent soll vor dem Hintergrund des aktuellen Fahrermangels in Zukunft vor allem mit einer Investition auf der letzten Meile angegangen werden (wir berichteten). Die geplante Briefportoerhöhung um über zehn Prozent soll dazu beitragen, die Löhne zu steigern. In Bezug darauf betonte der Vorstandsvorsitzende: „10,6 Prozent ist eine Größe, die überschaubar“ und, vor der geplanten Lohnerhöhung, auch „vertretbar“ sei. 

Auch das Thema Qualität wurde von Frank Appel angesprochen und die damit einhergehenden Herausforderungen. Dennoch habe man sich nach eigenen Angaben dahingehend bereits verbessert, die rückläufigen Beschwerdezahlen seien Beweis dafür. In den kommenden Monaten will man sich vor allem im Bereich Post & Paket besser aufstellen, dort habe man „den Fokus verloren“. Man habe zu viel Neues begonnen und sich zu wenig auf das eigentliche Geschäft konzentriert. Das soll 2019 verbessert werden.

Kritik von Postzustellern und Klimaschützern

In der anschließenden Diskussion mit den anwesenden Aktionären waren viele kritische Meinungen zu hören, neben dem Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit ging es auch um die Arbeitsbedingungen der Zusteller. So bemängelte ein Vertreter der Bewegung „Fridays for Future“ die Ziele und entsprechende Umsetzung der Klimastrategie. Diese könnten nicht erreicht werden und seien zu wenig, wie in der Podiumsdiskussion angebracht wurde. 

Auch Paketzusteller ergriffen das Wort, dabei ging es zum größten Teil um die tatsächlichen Arbeitsbedingungen, denen die Boten im Zusammenhang mit steigenden Paketmengen und immer größer werdenden Zustellgebieten ausgesetzt sind. Auch ginge die Realität nicht mit den Aussagen des Vorstandes einher. Auf alle angesprochenen Punkte und Kriterien ging die Deutsche Post DHL Group zwar ein, zeigte sich in ihren Aussagen aber oftmals auch wenig konkret und schwammig.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#2 Markus Bonkhoff 2019-05-18 10:21
Einen ersten erfolgreichen Schritt zu mehr Qualität hat DHL erst kürzlich umgesetzt: das Online-tracking zeigt nunmehr keine relevanten Informationen mehr und ist fast unbrauchbar geworden. Eigenartigerwei se sind seit kurzem die Paketlaufzeiten eingehender Sendungen bei mir auch einen Tag länger geworden.
Das ist die Qualität, die der Vorstand meint.
Diese unsägliche Arbeitsweise kann sich DHL nur leisten, weil der Gesamtmarkt stark wächst - da kann man durchaus schlechtere Leistungen bei gleichzeitig kräftiger Preiserhöhung bringen - man wächst trotzdem (und kassiert als Vorstand für diese brillante Arbeit wahrscheinlich auch künftig fette Sonderzahlungen zur kärglichen Grundvergütung.
#1 Maren 2019-05-16 08:15
"Rückläufige Beschwerdezahle n" liegen m.E. vor allem daran, dass der Kunde inzwischen weiß, dass das eh nichts bringt...



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