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Online-Riese Amazon könnte schon bald das Versandgeschäft an sich reißen. Der US-Versanddienstleister Stamps.com hat bereits seine Partnerschaft mit dem US-Postdienst aufgegeben, um Amazon für sich zu gewinnen.

Paketbote vor Haustür
ronstik/shutterstock.com

Amazon entwickelt sich immer mehr zum Zusteller und will die letzte Meile an sich reißen. Der US-Versanddienstleister Stamps.com hat jetzt sogar die exklusive Partnerschaft mit dem US-Postdienst United States Postal Service (USPS) aufgegeben und im gleichen Atemzug angekündigt, dass durch diesen Schritt der Reingewinn in diesem Jahr um 63 Prozent sinken würde, was einen drastischen Aktienabsturz zur Folge hatte. „Etwas ziemlich Wichtiges ist im letzten Monat passiert, nämlich Amazon kam und sagte: 'Hey, wir starten unser eigenes Versandgeschäft'. Das war das erste Mal, dass sie das öffentlich angekündigt haben“, wird Stamps-CEO Ken McBride bei fool.de zitiert. Um Amazon künftig als Versandpartner zu gewinnen, ist das Unternehmen nun also das Risiko eingegangen, einen großen Teil des Nettoeinkommens zu verlieren.

Zusammenarbeit mit Amazon ist unerlässlich

Amazon hat sich in den letzten Jahren ein Logistiknetzwerk aufgebaut, welches speziell auf den E-Commerce und die Lieferung innerhalb weniger Tage konzipiert ist. In den Augen von McBride können andere Spediteure da nicht mithalten, besonders weil der Online-Händler in der Lage ist, direkt aus seinen Logistikzentren schnell und kostengünstiger als die Konkurrenz zu versenden. „Wir erwarten, dass Amazon in den nächsten fünf Jahren zu einer bedeutenden Kraft im Versandgeschäft wird“, prophezeit der Stamps-CEO. „Sie werden dies mit sehr aggressiven Preisen erreichen. Deshalb müssen wir diese Lösung unseren Kunden anbieten.“ Eine Zusammenarbeit mit dem US-Konzern hält er deswegen für unerlässlich.

Amazon wirbt für eigenen Versandservice

Bereits im vergangenen Jahr hat Amazon seinen eigenen Lieferdienst „Shipping with Amazon“ (SWA) gestartet (wir berichteten) und seine Logistik-Dienste auch externen Unternehmen angeboten. Der Service ist in Los Angeles und London für ausgewählte Drittanbieter auf dem Marktplatz verfügbar, soll nach Ansicht von McBride in den kommenden Jahren aber deutlich ausgebaut werden. „Amazons Erfolgsbilanz bei der Zerrüttung einer Branche ist gut etabliert. Deshalb sollte diese Gefahr von allen Spielern der Versandbranche sehr ernst genommen werden“, geht seine Warnung an alle KEP-Dienstleister. Das zeigt auch Amazons jüngste Werbeaktion: Das Unternehmen erlässt Händlern derzeit die Lager- und Remissionsgebühren, wenn diese neue Produkte bei Amazon erstellen und anschließend den hauseigenen Versandservice nutzen, meldet OnlinehändlerNews.de.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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