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Die Deutsche Post DHL Group hat ihre aktuellen Geschäftszahlen bekannt gegeben. Der Konzern konnte die prognostizierten Ziele erreichen und die Umsätze auf 61,6 Milliarden Euro steigern. 

Ausschnitt DHL-Zentrale
Deutsche Post DHL Group

Die Umsatzsteigerungen in 2018 verdankt der Konzern vor allem dem zunehmendem Wachstum im E-Commerce-Geschäft sowie der internationalen Handelsströme, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. „2018 war ein herausforderndes Jahr für Deutsche Post DHL Group, das wir insgesamt jedoch zu einem erfolgreichen Ende geführt haben“ sagte Vorstandsvorsitzender Frank Appel im internen Interview

Interne Schwierigkeiten mit  Post - eCommerce - Parcel (PeP)

DPDHL erreichte das erwartete Ziel im operativen Ergebnis (EBIT) von 3,2 Milliarden Euro. Dieses hatten sie im Juni vergangenen Jahres nochmals nach unten korrigiert, zuvor hatte das Unternehmen noch mit zusätzlich rund 4,15 Milliarden Euro gerechnet. Im ersten Quartal hatte der Bereich Post - eCommerce - Parcel (PeP) jedoch nicht das gewünschte Ergebniswachstum erzielt.

„Das Post- und Paketgeschäft durchläuft seit Jahren eine tiefgreifende Transformation. Die Volumen im Briefgeschäft gehen kontinuierlich zurück, während der E-Commerce-Boom zu einem sehr dynamischen Wachstum bei den Paketen führt,“ so Appel über die internen Herausforderungen bei PeP. Die Anpassung der Strukturen und Investitionen in neue Technologien wären hier noch nicht ausreichend gewesen. Mit Wirkung zum 01. Januar 2019 baute das Unternehmen daher intern um und teilte den PeP-Bereich auf in eine Division für das deutsche Brief- und Paketgeschäft (Post & Paket Deutschland, P&P) sowie in eine für internationale Paket- und E-Commerce-Aktivitäten (DHL eCommerce Solutions). 

Wachstum in allen vier Unternehmensbereichen – weniger Briefkommunikation und Dialogmarketing

Insgesamt verzeichnete der PeP-Bereich aber dennoch ein positives Umsatzwachstum von 1,7 Prozent und auch einen neuen Rekordwert: 1,5 Milliarden Pakte wurden 2018 transportiert. Der Umsatz im Geschäftsfeld Post war – wenngleich erwartungsgemäß – mit 9,7 Milliarden Euro hingegen unter dem Vorjahreswert. Grund ist unter anderem das insgesamt rückläufige Aufkommen von Briefkommunikation und Dialogmarketing.

Die Sparte DHL-Express steuerte mit 16,1 Milliarden Euro Umsatz und einem Wachstum von 7,3 Prozent den größten Teil zum Konzernergebnis bei. Ursache ist das Geschäft mit zeitgenauen internationalen Sendungen (TDI). Den stärksten Ergebnisanstieg gab es bei Freight. Der Umsatz erhöhte sich hier um 48,8 Prozent auf 442 Millionen Euro – obwohl weniger Menge in der See- und Luftfracht zu befördern war. Appel, der bei Freight auf ein margenstarkes Geschäft, neue IT-Systeme und Kostensenkungsprogramme setzte, freut dies. „Das zeigt: Mit unserem selektiven Ansatz liegen wir genau richtig.“  

Eine Übersicht über die aktuellen Marktvolumina der DPDHL vermittelt auch die folgende Grafik:

Marktvolumina DPDHL
Deutsche Post DHL Group

Auch im Supply-Chain-Bereich gibt es unterm Strich eine positive Entwicklung – mit Neuverträgen im Wert von 1,3 Milliarden Euro. „Auch in Zukunft sehen wir großes Potenzial für Outsourcing-Lösungen in der Lieferkette. Denn in diesem Bereich lassen sich durch Automatisierung und Digitalisierung enorme Effizienzgewinne realisieren. In unseren Lagerhäusern kommen Drohnen ebenso wie Roboter zunehmend zum Einsatz. Darauf bauen unsere Kunden und das spiegelt sich auch in einem starken Neugeschäft wider“, erklärte Appel.

2019 deutliche Verbesserungen im deutschen Post- und Paketgeschäft geplant

2019 sollen 3,7 Milliarden Euro investiert werden – unter anderem für eine bessere Zustellqualität, wie DPDHL diese Woche bekannt gab. Im vergangenen Jahr wurde weniger, nämlich  2,6 Milliarden Euro für Investionen aufgewendet. Mit diesen hat das Unternehmen unter anderem die nationale Paketinfrastruktur ausgebaut und modernisiert sowie zusätzlich den Flottenausbau von StreetScooter finanziert.

Für 2019 rechnet das Unternehmen mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses auf 3,4–3,5 Milliarden Euro. „2019 werden wir einen großen Schritt nach vorne machen und im deutschen Post- und Paketgeschäft deutlich besser aufgestellt sein. Die eingeleiteten Maßnahmen sind allerdings auf langfristigen Erfolg ausgerichtet, es wird also einige Monate dauern, bis sich die Fortschritte auch in den Zahlen niederschlagen“, so Appel. Für 2020 ist weiterhin ein Anstieg des Konzern-EBIT auf 5 Milliarden in Planung. „Parallel dazu laufen natürlich die Vorbereitungen für ein Strategie-Update, das wir im Herbst dieses Jahres kommunizieren werden“, kündigte der Konzernvorstand außerdem an.

/ Geschrieben von Hanna Behn


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