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Am heutigen Donnerstag hat Hermes die Eröffnung seines neuen Logistikzentrums in Hamburg gefeiert. Die Themen Nachhaltigkeit und der Umweltbewusstsein prägten die Veranstaltung, dafür müssen sich die Kunden aber auch auf signifikante Preissteigerungen einstellen.

Pressefoto der Eröffnung
© Hermes Deutschland

Obwohl die ersten Pakete erst am 01. April über die Sortieranlagen rollen werden, hat Hermes bereits am heutigen Donnerstag die Eröffnung seines neues Logistikzentrums in Hamburg gefeiert. Mit rund 300 Gästen, der Führungsriege von Hermes und Otto und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher gab der Logistikkonzern den Startschuss für die neue Sortieranlage. Noch stand diese allerding still, sodass Pakete händisch die vielen Paketrutschen heruntergeschubst werden mussten, um den anwesenden Pressevertretern das gewünschte Bildmaterial zu bescheren.

In der rund 9.000 Quadratmeter großen Halle sollen ab April an die 100.000 Pakete täglich umgeschlagen werden, rund 200 Arbeiter wird Hermes in dem neuen Lager beschäftigen. Das hochmoderne Logistikzentrum, dessen Bau im Jahr 2017 begann und das 55 Millionen Euro gekostet hat, lässt sich bei Bedarf noch erweitern und die Leistung auf 200.000 Sendungen pro Tag aufstocken.

„Wir müssen heute die Weichen für die Zukunft stellen“

Sabine Christiansen aus dem Hermes-Aufsichtsrat läutete mit einer kleinen Ansprache den offiziellen Teil der Veranstaltung ein und betonte die Verantwortung von Hermes, mit dem neuen Logistikzentrum in die ökologische und soziale Nachhaltigkeit investiert zu haben. Dabei erwähnte sie auch die Zusammenarbeit zwischen Hermes und Daimler und das Ziel, 1.500 Elektro-Transporter in den kommenden Jahren für die Zustellung einzusetzen.

Anschließend betrat Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher die Bühne und wünschte diesem „modernen Ort der Logistik“ nicht nur alles Gute für die Zukunft, sondern betonte auch, wie wichtig es sei, schon heute die Weichen für die Zukunft zu stellen. „Wir müssen nicht alle Probleme der nächsten 100 Jahre heute lösen, aber wir müssen damit beginnen, die entsprechende Technik zu entwickeln.“ Diese Ziele hat sich Hermes mit dem neuen Logistikzentrum gesetzt. „Mit der Eröffnung dieses Verteilzentrums in unserer Heimatstadt Hamburg setzen wir sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch Maßstäbe. Mit seiner hohen Leistungskraft ist das LC ein wichtiger Baustein in der Paketzustellung im norddeutschen Raum. Besonders freut mich, dass wir ab Frühjahr dieses Jahres von hier aus mit emissionsfreien Elektro-Transportern zustellen“, hieß es außerdem von Olaf Schabirosky, CEO der Hermes Germany.

Um das zu realisieren, sollen nicht nur die emissionsarmen E-Sprinter vermehrt auf die Straße kommen, sondern auch die Anzahl der Mikrodepots in der Hamburger Innenstadt soll deutlich angehoben werden.

Hermes Logistikzentrum

Noch stehen die Bänder still, aber bald nimmt das Logistikzentrum den Betrieb auf (Fotos: Corinna Flemming)

Angemessener Anstieg der Paketpreise

Der Hermes-CEO verdeutlichte aber auch, wie sehr die Branche jetzt schon den Mangel an Zustellern spürt. Deshalb habe der Logistikkonzern bisher einen zweistelligen Millionenbetrag in die letzten Meile und besonders die Löhne der Zusteller investiert. In den nächsten Jahren will man an die 100 Millionen Euro in das Gehalt der Paketboten investieren (wir berichteten) „Deswegen werden wir die Paketpreise in den nächsten Jahren angemessen erhöhen“, führte Olaf Schabirosky weiter aus.

Auch in der anschließenden Diskussionsrunde wurde das Thema Nachhaltigkeit und umweltbewusste Zustellung noch einmal untermauert. Dabei kam auch das aktuelle KoMoDo-Pilotprogramm zu Sprache verbunden mit dem Aufruf, ähnliche Lösungen auch in anderen Städten zu schaffen. Das KoMoDo-Programm (Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die Kurier-, Express-, Paket-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lasträdern in Berlin) hatte Hermes im Mai 2018 gestartet. Für die Zukunft hat sich Hermes vorgenommen, den Fokus verstärkt auf Paketshops zu legen und somit eine günstige Alternative zur Haustürzustellung zu schaffen, denn diese wird in den kommenden Jahren signifikant teurer, so die Hermes-Führungsriege während der Diskussion. Alternativen, wie Paketshops in unmittelbarer Nähe, sollen außerdem den derzeitigen Mangel an Zustellern kompensieren.

Mit der obligatorischen Schlüsselübergabe im Anschluss endete die Diskussionsrunde.

 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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