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Die unzuverlässige Paketzustellung lässt Deutschland im aktuellen E-Commerce-Index tief nach unten rutschen. Nach Rang neun im letzten Jahr, gab nun keine Top-Ten-Platzierung mehr.

Bewertung trauriges Gesicht
© Tero Vesalainen / shutterstock.com

Wie ist der hiesige Online-Handel aufgestellt? Dieser Frage geht der E-Commerce-Index der UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) nach. Der Index soll ein "Indikator für die Attraktivität von Online-Shopping" in den 151 Ländern dieser Welt darstellen, wie t3n dazu schreibt. Im aktuellen Ranking musste Deutschland allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen. Im Jahr 2017 noch auf dem neunten Platz, musste sich Deutschland nun aus den Top-Ten verabschieden und landet nur noch auf dem 16. Rang. Neben dem Anteil der Internetnutzer sowie der Anzahl der sicheren Server fließt in das Ranking außerdem der Faktor der Zuverlässigkeit bei der Paketzustellung mit ein. Hier konnte Deutschland im aktuellen Jahr nicht überzeugen und sorgte damit für die schlechtere Platzierung.

Die Niederlande führt den diesjährigen E-Commerce-Index an, vor Singapur und der Schweiz. Der Spitzenreiter aus dem vergangenen Jahr, Luxemburg, brach 2018 bis auf den 19. Platz ein.

WISO-Test zeigt: Nicht alle Pakete kommen an

Die teilweise fehlende Zuverlässigkeit bei der Paketzustellung konnte jetzt auch durch einen Test von WISO bestätigt werden. In einem kleinen Versuch wurden zehn Testpakete mit einem GPS-Sender ausgerüstet und verschickt um herauszufinden, ob tatsächlich ein Zustellversuch unternommen wird. Obwohl alle Empfänger zuhause waren, kamen nach ZDF-Informationen drei von den verschickten zehn Paketen nicht an, sondern wurden in einem DHL-Shop abgegeben.

Dass es in der Sendeverfolgung dann stets heißt "Das Paket konnte nicht zugestellt werden", obwohl sich der Empfänger zuhause befand, erzürnte in diesem Jahr immer wieder Kunden. So registrierte die Bundesnetzagentur 2018 einen deutlichen Anstieg der Beschwerden bei Brief- und Paketzustellungen. In diesem Jahr soll es laut der Aufsichtsbehörde einen neuen Spitzenwert von 10.000 Beschwerden geben.

Zustellversuche sind Pflicht, aber oft unmöglich

Wie die DHL in einem Statement gegenüber dem ZDF erklärt, ist ein Zustellversuch Pflicht, kann von den Boten, gerade in der stressigen Weihnachtszeit, aber oft nicht realisiert werden. So berichtet ein anonymer Zusteller von 140 Paketen, die innerhalb von fünfeinhalb Stunden zugestellt werden müssen. Da dieses Pensum oft nicht zu schaffen ist, müssen sich die Boten mit verschiedenen Tricks weiterhelfen. "Wenn ich drei Pakete in einem Haus habe, einer wohnt im Quergebäude, einer im Seitenflügel und einer im Vorderhaus, aber alle im fünften Stock - da bin ich nur zu einem hoch und hab ihm alle drei Pakete gegeben", so ein anonymer Zusteller. Der Rest erhält anschließend nur die Benachrichtigungskarte im Briefkasten.

Erst gestern wurden sowohl von Hermes als auch von der DPD baldige Preiserhöhungen angekündigt, die unter anderem aus dem immer größer werdenden Fachkräftemangel resultieren.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#3 Michael Büttner 2018-12-17 15:11
Was mir dazu in Berlin auffällt, ist das Amazon mit eigenen Dienstleistern arbeitet, die die Pakete einfach vor die Tür legen.
Ohne Emfangsbescheinigung!!!
Die Verhältnisse kennt man aus den USA.
Dementsprechend kommt es zu Diebstählen vor der Haustür.
Wenn es zu hoher Reklamationsrat e führt wird der Kunde bei Amazon evtl. gesperrt.
#2 Redaktion 2018-12-12 06:40
Hallo Markus,

vielen Dank für den Hinweis. Da ist uns natürlich ein kleiner Fehler unterlaufen, den wir nun berichtigt haben.

Viele Grüße
die Redaktion
#1 Markus 2018-12-11 17:07
Gönnt Eurem ersten Satz bitte noch ein "ver" oder so dass ein Freudscher Verschreiber sein in Anspielung auf die vielen Betrugsmuster? ;-)

"Die unzulässige Paketzustellung ..."



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