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Rollen in den kommenden Jahren in China autonome Lieferboxen für Pakete und Lebensmittel durch die Straßen? Wenn es nach dem Online-Giganten Alibaba geht, lautet die Antwort eindeutig Ja. Mit dem Schritt treibt der Online-Konzern seine Logistik-Bemühungen auf der letzten Meile weiter voran.

RoboSense - Alibaba’s Cainiao G Plus
© RoboSense

Der chinesische Online-Konzern Alibaba ist ein Multitalent. Der Konzern um Unternehmenschef Jack Ma ist dabei zunehmend darum bemüht, die komplette Supply Chain selbst abzudecken und investiert dafür in den kommenden Jahren 15 Milliarden Dollar in ein eigenes globales Logistiknetzwerk.

Vergleichbare Technologie wie in autonom fahrenden Autos

Wie jetzt bekannt wurde, hat der Konzern auch auf der letzten Meile neue Pläne. Laut locationinsider will Alibaba künftig „autonome rollende Lieferboxen für Pakete und Lebensmittel nutzen“. Bereits 2021 sollen mehr als 10.000 Stück dieser Roboter durch die Straßen rollen.

Entwickelt wurden die Lieferroboter von Alibaba Group's Cainiao Network und RoboSense. Bei dem Lieferroboter mit dem Namen „G Plus“ soll es sich nach Unternehmensangaben um das erste „Solid-State-LiDAR-Logistikfahrzeug“ handeln, dass auf den Markt gebracht wurde. Das G-Plus-Lieferfahrzeug ist mit drei RS-LiDAR-M1Pres-Sensoren ausgestattet – zwei vorne und einer hinten. So können Alibaba und RoboSense die zuverlässigste 3-D-Wahrnehmung der Fahrumgebung gewährleisten. Dank der modernen Technik ist das autonome Lieferfahrzeug dazu in der Lage, seine komplette Umwelt wahrzunehmen und damit eben auch beispielsweise die Form, die Entfernung, die Fahrgeschwindigkeit sowie die Richtung von Fußgängern, Autos, Lastwagen und anderen Hindernissen. Kurz gesagt: In dem G Plus steckt eine vergleichbare Technik, wie in autonomen Autos, die ein 3-D-Bild von der Umgebung erzeugen.

Kosten: Einige Hundert US-Dollar pro Stück

Nach Angaben von locationinsider soll der Roboter mit höchstens 17 km/h unterwegs sein und auf 10 km/h abbremsen, wenn Fußgänger oder andere Fahrzeuge in der Nähe sind. Prototypen des G Plus testet Alibaba derzeit auf den Straßen rund um das eigene Hauptquartier.

RoboSense sieht in den autonom fahrenden Lieferboxen eine „günstigere Alternative zu herkömmlichen Lieferfahrzeugen.“ Preislich soll der Roboter lediglich bei einigen Hundert US-Dollar pro Stück liegen.

Alibaba setzt auf der letzten Meile zunehmend moderne Varianten ein. So hat der Konzern bereits im November letzten Jahres damit begonnen, Pakete mit Drohnen auf entlegene Inseln zu fliegen. Des Weiteren verdichten sich die Gerüchte um weitere Logistikzentren in Europa, unter anderem auch im Hamburger Hafen.

/ Geschrieben von Julia Ptock


Kommentare

#1 Sebastian Kastilahn 2018-06-06 08:19
Ist denn die letzte Meile nicht eigentlich der wichtigste Bestandteil beim Ausliefergeschä ft, da hier direkter Kundenkontakt besteht? Warum versucht man jetzt aller Gewalt, genauso dieses Stück so hochgradig zu automatisieren? Nicht nur Alibaba möchte hier innovativ sein. Warum möchte man dem Kunden seine Pakete nur noch wie Knochen hinwerfen? Ich möchte so etwas nicht haben. Und wie gestaltet sich denn das einsammeln dieser Roboter, die sich dann neben den Mülltonnen noch erfolgreicher Auslieferung direkt neben der Flotte der China-Mobikes und Konsorten stapeln? Werden die dann ebenfalls wildwüchsig auf die Innenstätte losgelassen wie grassierende Miet-Pedelec-We lle?



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