Wie schafft man es den eigenen Lagerumschlag nachhaltig und nicht nur kurzfristig zu verbessern? Unser Ratgeber zeigt Wege zur Reduzierung von Lagerbeständen und zur Servicesteigerung.

Wie man den Lagerumschlag optimiert.
© Jürgen Effner - fotolia.com
Unternehmen, die sich als Ziel gesetzt haben, ihren Lagerbestand zu reduzieren, konzentrieren sich oftmals auf nur einen Supply Chain Key Performance Indicator (KPI), die Umschlagsrate. Dies führt zwar zu einem Lagerabbau und einer höheren Umschlagsrate, jedoch werden hierbei essentielle KPIs wie z.B. Service-Level stark vernachlässigt, was wiederrum nur zu einem kurzfristigen Erfolg führt.

Oftmals erzielen Maßnahmen nur einen kurzfristigen Erfolg

Um eine nachhaltige Bestandsreduzierung und einen hohen Kundenserive zu erreichen, müssen Unternehmen deshalb den Gesamtzusammenhang der KPI’s verstehen und diejenigen Variablen, welche den Lagerbestand am meisten beeinflussen und verbessern.

Im Folgenden wurden von der Firma EazyStock die sieben besten Wege zusammengestellt, um die Verwaltung des Lagerumschlags zu optimieren, den Lagerbestand zu reduzieren und das Service-Level gleichzeitig zu steigern:


1. ABC-Klassifikation des Lagerbestandes: Bei der ABC-Klassifizierung werden Lagerartikel nach Umsatzgrößen gestaffelt in die Kategorien A, B, C und D (80%, 15%, 5%, 0%) eingeordnet. Hierbei wird meistens das jährliche Umsatzvolumen als Metrik benutzt, um den Lagerbestand für jede Kategorie zu bestimmen. Neue Bestandsposten, deren Nachfrage durch jährliche Prognosen eingeschätzt werden kann, müssen besonders stark berücksichtigt werden. Des Weiteren ist es wichtig, dass Bestände von kristischen Bestandsposten nicht auslaufen.

2. Änderung des Bestellrythmus und der Bestellmenge: Ihr Lagerbestand kann auch durch kleinere, aber öftere Bestellmengen reduziert werden. Hierfür müssen Sie jedoch herausfinden, ob Ihr Unternehmen in der Lage ist, mit häufigeren Bestellrythmen umzugehen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Anzahl der jährlichen Bestellungen gleich zu lassen und diese zwischen A, B und C neu zu verteilen. Hierbei ist eine gleichzeitige Evaluierung der Nachfragesequenz essentiell.


3. Verbesserte Bestandsprognosen und Prognosegenauigkeit: Bestandsprognosen sind ein wichtiger Bestandteil der Bestandsplanung, wobei Datengenauigkeit sichergestellt werden muss. Jegliche Variablen, die einen Einfluss auf die Nachfrage haben, müssen erfasst und verstanden werden. Verwenden Sie Nachfragedaten, die am ehesten der realen Kundennachfrage entsprechen, da die Prognosen ansonsten durch ungenaue Daten verfälscht werden. Neben der Verwendung von genauen Daten ist das Prognoseverfahren genauso wichtig. Dieses basiert auf kontinuierlichen Berechnungen und Analysen von aktualisierten Daten, welche an die jeweiligen Lebenszyklen der Produkte angepasst sind


4. Überschüssigen und veralteten Bestand abbauen: Es ist wichtig, dass veraltete Posten so schnell wie möglich beseitigt werden, bevor diese obsolet werden. Des Weiteren können die freien Lagerplätze für gewinnbringende Artikel genutzt werden. Oftmals werden veraltete Artikel jedoch beibehalten, um hohen Abschreibungskosten zu umgehen. Dies kann mithilfe von guten Lagerhaltungsstrategien sowie einem besseren Verständnis der tatsächlichen Nachfrage umgangen werden


5. Service-Level-Anforderungen Ihrer Kunden verstehen: Ihr Unternehmen muss zudem verstehen, welche Art von Service hinsichtlich Durchlaufzeit und Verfügbarkeit von Kunden erwartet wird. Je nachdem kann es für Sie sinnvoll sein, Ihren Bestand dementsprechend zu senken und sich verstärkt auf kleinere Schnellbestellungen zu konzentrieren. Trotz allem sollte der Kunde und seine Bedürfnisse im Vordergrund stehen


6. Reduzieren Sie die Varianz in Ihrer Nachfrage: Analysieren Sie die höchsten Punkte in Ihrern bisherigen Nachfragekurven und modifizieren Sie diese in der Zukunft, um die Nachfragevarianz transparenter zu machen und somit Bestandslevel sowie Kosten zu senken

7. Passen Sie Ihre Unternehmens-KPIs an:
Oftmals entstehen ineffiziente Lieferketten, da die unterschiedlichen Abteilungen eines Unternehmens unterschiedliche Performance-Maßzahlen als Ziel verfolgen und somit gegeneinander arbeiten. Es empfiehlt sich deshalb die einzelnen KPIs anzugleichen und Ineffizienzen zwischen den Abteilungen zu reduzieren.

Zusammengefasst gesagt, ist es wichtig Ihre Lieferkettenprozesse zu verbessern, um nachhaltig Inventar zu reduzieren. Hierfür muss Ihr Unternehmen die ganze Lieferkette sowie deren Prozesse betrachten und bestimmte KPIs nachverfolgen, um Bestands-Level zu reduzieren und Lagerumschläge zu verbessern. Des Weiteren ist es essentiell, dass Sie Prognose-, Planungs-, und Nachschubprozesse mithilfe von ERP-Systemen und speziellen add-on Lösungen, wie beispielsweise EazyStock systematisieren.

Mit Lagerbestandsoptimierungssystemen, wie EazyStock, können Bestandslevel gezielt gesenkt und Service-Raten gesteigert werden, während Nachfrageprognosen sowie Bestandsplanungen vereinfacht werden.

Ein Whitepaper im PDF-Format fasst unsere Tipps nochmal kompakt zusammen:PDF File

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit uns von Daniel Fritsch von dem Unternehmen eazystock verfasst.

/ Geschrieben von Redaktion




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