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Knapp 80.000 Pakete hat DPD in den vergangenen 365 Tagen in Nürnberg mithilfe von Lastenrädern zugestellt. Der Logistiker zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden und kündigt gleichzeitig an, die Zustellmethode noch in diesem Jahr in weitere deutsche Städte an den Start zu bringen.

Lastenrad der DPD

© DPD

Die emissionsfreie Zustellung in Nürnberg, die DPD mithilfe von Lastenrädern durchführt, feiert Geburtstag und wird ein Jahr alt. Auch wenn das Projekt bereits vor zwei Jahren vorgestellt wurde (wir berichteten), erfolgte der offizielle Start erst im darauffolgenden Jahr. Dies nimmt DPD zum Anlass, um ein Zwischenfazit zu ziehen und auf die Entwicklung der alternativen Zustellmethode zu blicken.

80.000 Pakete in einem Jahr zugestellt

Grundlegend hält DPD in der Presseaussendung fest, dass in dem Jahr insgesamt 80.000 Pakete in Nürnberg per Lastenrad zugestellt wurden. Laut Berechnungen von DPD ersetzten dabei fünf elektrisch unterstützte Lastenräder „fünf herkömmliche Transporter nahezu vollständig“. Die Räder starten in einem 130 Quadratmeter großen Mikro-Depot, das sich in der Nürnberger Innenstadt befindet und über das Internet mit dem IT-System von DPD verbunden ist. In den Depots erfolgt zudem die Aufladung der Akkus der elektronisch unterstützten Lastenräder.

Herkömmliche Transporter dennoch wichtig

„In der verkehrsintensiven Innenstadt hat sich das Lastenrad zur echten Alternative für das herkömmliche Zustellfahrzeug entwickelt”, meint Gerd Seber, Group Manager Sustainability & Innovation bei DPD Deutschland. „Angesichts von drohenden Zufahrtsbeschränkungen wird die Entwicklung solcher nachhaltigen City-Logistik-Lösungen immer wichtiger.“

Torsten Mendel, Niederlassungsleiter von DPD in Nürnberg, räumt jedoch gleichzeitig auch ein, dass das System ganz ohne herkömmliche Fahrzeuge nicht funktionieren würde: „Die gewohnten Transporter benötigen wir nicht nur für die Versorgung unseres Mikro-Depots, sondern auch für die Belieferung größerer gewerblicher Empfänger in der Innenstadt.“ Die Lastenräder sollen sich dabei insbesondere für Empfänger eignen, die lediglich ein bis zwei Pakete am Tag erhalten. Bei größeren Mengen seien weiterhin gewohnte Transporter die bessere Wahl.

Ausweitung auf weitere Städte

Aufgrund der positiven Entwicklung der Zustellung per Lastenrad will DPD das Projekt noch in diesem Jahr auf weitere Städte neben Nürnberg ausweiten – darunter Berlin, München sowie Stuttgart. Bereits jetzt wird die emissionsfreie Zustellmethode auch in Heilbronn gestartet. Ähnlich wie bereits in Nürnberg erprobt, sollen auch in den anderen Städten jeweils Mikro-Depots als Basis für die Lastenräder genutzt werden.

Gerd Seber, Group Manager Sustainability & Innovation bei DPD Deutschland, hält abschließend fest: „Die Suche nach geeigneten und bezahlbaren Flächen in der Innenstadt stellt die entscheidende Hürde beim Einsatz von Lastenrädern dar. Von den Städten und Kommunen wünschen wir uns dabei noch mehr Unterstützung. Wir hoffen, dass Positivbeispiele wie in Nürnberg, Berlin oder Rostock noch deutlich mehr Nachahmer finden.“

Bereits im vergangenen Dezember haben wir mit Gerd Seber ausführlich über sein Unternehmen und vor allem auch das Potenzial von Lastenrädern gesprochen. Das komplette Interview kann an dieser Stelle gelesen werden.

/ Geschrieben von Christian Laude


Kommentare

#1 P.Held GreenBikeShop 2018-04-06 18:00
Hallo Herr Laude,
ein sehr informativer Bericht!
Das finde ich eine gute Entwicklung - die Innenstädte brauchen mehr Lastenräder.
Wissen Sie, wie das die Logistiker im Winter machen, das Cargobike auf dem Foto hat leider kein Dach für schlechte Wetterbedingungen.

Grüße
Patrick Held, GreenBike-Shop



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